360 Tote durch Unwetter in Pakistan

15. Februar 2005, 09:10
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Zweiter Damm gebrochen - Ganze Stadt durch Schneemassen von Umwelt abgeschlossen

Islamabad - Überschwemmungen nach sintflutartigem Regen sowie Schnee- und Schlammlawinen haben in Pakistan mehr als 360 Menschen in den Tod gerissen. Nach dem Bruch eines zweiten Staudammes in der südwestpakistanischen Provinz Belutschistan überfluteten die Wassermassen in der Nacht auf Sonntag mindestens elf Dörfer. Das Krisenzentrum der Provinz teilte am Sonntag mit, man könne noch keine Angaben über Opferzahlen machen.

Unterdessen drohte ein dritter Damm in der Provinz überspült zu werden. Meteorologen sagten für die nächsten Tagen weitere Niederschläge voraus. Es sind die schwersten Regen- und Schneefälle in Pakistan seit mehr als zehn Jahren.

Im pakistanischen Teil Kaschmirs starben mindestens 41 Menschen durch eine Lawine. Im Nordwesten und Norden Pakistans kamen insgesamt weitere 120 Menschen ums Leben. In Belutschistan starben bei dem ersten Dammbruch am Donnerstag und den Unwettern insgesamt mehr als 200 Menschen, 1.500 Menschen wurden am Sonntag noch vermisst.

Nach dem Dammbruch hatten die Wassermassen bei der Küstenstadt Pasni außer zahlreichen Häusern auch ein 40 Kilometer langes Autobahnstück weggeschwemmt. Retter bargen am Samstag die Leichen von 50 Insassen eines Busses, der von der Straße gerissen worden war. Alleine in Belutschistan machten die Unwetter der vergangenen Tage rund 25 000 Menschen obdachlos.

Nach schweren Schneefällen waren auch am Sonntag weite Teile Nordpakistans von der Außenwelt abgeschnitten. In der Stadt Elahi, zu der seit rund einer Woche niemand mehr vordringen konnte, waren nach offiziellen Angaben vom Samstag 150.000 Menschen von Hunger bedroht. Am Sonntag war keine Kommunikation mit Elahi möglich.

Im Südwesten kam es nach offiziellen Angaben zu Engpässen bei der Lieferung von Hilfsgütern wie Nahrungsmitteln und Medizin. Das Militär unterstützte die Rettungs- und Sucharbeiten unter anderem mit Hubschraubern und Flugzeugen. Die schweren Niederschläge erschwerten die Bergungsarbeiten.(APA/dpa)

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