US-Geheimdienste aktualisieren ihre Iran-Dossiers

16. Februar 2005, 10:17
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Glaubwürdigkeit der Nachrichtendienste nach Fehleinschätzungen im Irak schwer beschädigt

Washington - Die amerikanischen Geheimdienste haben nach Angaben aus US-Kreisen mit einer breit angelegten Überprüfung ihrer Dossiers zum Iran begonnen. Unter anderem werde eine neue Nationale Geheimdienst-Einschätzung (NIE) erstellt, die der US-Regierung einen Überblick über die militärische, wirtschaftliche und politische Situation im Iran geben soll, hieß es am Samstag. Ein weiteres Dokument werde sich gezielt mit den Massenvernichtungswaffen des Iran beschäftigen.

"Die Aktualisierung läuft und wird mehrere Monate in Anspruch nehmen", verlautete aus den Kreisen. Die Berichte seien vom Nationalen Geheimdienstrat des CIA angeordnet worden und würden von verschiedenen Autoren ohne Beteiligung der Regierung erstellt.

Die Spannungen zwischen den USA und dem Iran haben sich in den vergangenen Wochen verstärkt. Washington wirft Teheran vor, nach Atomwaffen zu streben. US-Präsident George W. Bush schloss kürzlich einen Militärschlag gegen den Iran nicht aus

Die Glaubwürdigkeit der US-Geheimdienste gilt nach den Fehleinschätzungen zum Irak als beschädigt: Die Bush-Regierung hatte Geheimdienst-Berichte über angebliche Vorräte von biologischen und chemischen Waffen sowie über ein Atomwaffen-Programm zur Begründung der Irak-Invasion 2003 herangezogen.

Seit dem Einmarsch sind jedoch keine Massenvernichtungswaffen gefunden worden. Ein Ausschuss des Senats beschäftigt sich derzeit nicht nur mit den Irak-Berichten, sondern prüft auch die aktuellen Geheimdienst-Angaben über andere Staaten wie den Iran, Nordkorea und China. (APA/Reuters)

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