"Wir streben keine Atomwaffen an"

16. Februar 2005, 10:17
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Iranischer Vize-Außenminister Khoshroo gibt sich vor Atom-Gesprächen mit Europäern zuversichtlich

München - Der Iran hat erneut versichert, keine Atomwaffen herstellen zu wollen. Das Land fühle sich dem Atomwaffensperrvertrag verpflichtet, sagte der stellvertretende iranische Außenminister Gholamali Khoshroo am Samstag bei der 41. Münchner Sicherheitskonferenz. "Die Regierung nimmt die internationalen Bedenken über unser Atomprogramm sehr ernst und fühlt sich einer vollen Transparenz und Kooperation mit der internationalen Atomenergiebehörde verpflichtet", sagte Khoshroo. Den Inspektoren der Behörde (IAEO) werde weiter "unbegrenzter und schneller Zugang" zu allen Atomanlagen gewährt, die sie kontrollieren wollten.

"Der Iran will den Sorgen der Welt begegnen", sagte Khoshroo, "Ein teures Wettrüsten wäre ganz und gar nicht in unserem Sicherheitsinteresse". Die Entwicklung von Nuklearwaffen diene nicht dazu, die Sicherheit zu verbessern. "Das wäre sogar ein Nachteil für unsere Sicherheit und unsere Zukunft", fügte der Vize-Minister hinzu. Der Iran sei an mehr Abrüstungsverträgen beteiligt als andere Länder in der Region.

Der Vizeminister warf den USA vor, seit den Anschlägen vom 11. September 2001 im Zuge des so genannten Krieges gegen den Terrorismus gewalttätig und aggressiv gegen den Islam vorzugehen und so zu einer Entfremdung zwischen dem Westen und dem Islam beizutragen. Mit brutaler Gewalt könne Extremismus nur kurzfristig eingedämmt werden, langfristig schaffe man aber einen Nährboden dafür, so Khoshroo. Und weiter: "Mit Gewalt säkulare Werte durchzusetzen, führt gewiss nicht zum Erfolg."

Der deutsche Bundeskanzler Gerhard Schröder hatte in einer zuvor von Verteidigungsminister Peter Struck in dessen Vertretung auf der Konferenz verlesenen Rede die USA aufgerufen, im Atomstreit mit dem Iran "die diplomatischen Bemühungen der Europäer aktiv zu unterstützen". Deutschland, Frankreich und Großbritannien versuchen, das islamische Land in Gesprächen zur Aufgabe seines Atomprogramms zu bewegen. Die USA werfen dem Iran vor mit dem Atomprogramm, die Entwicklung von Waffen zu bezwecken. Es gebe "guten Grund, auf ein positives Ergebnis zu hoffen", sagte Khoshroo zu den Gesprächen mit den Europäern. (APA/Reuters/AP)

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