Ultraschall aussagekräftiger als Mammographie

13. Februar 2005, 17:00
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Deutsche Gesellschaft für Ultraschall: Vor allem bei jüngeren Frauen mit noch dichtem Gewebe zu empfehlen

Bonn - Bei Verdacht auf Brustkrebs ist eine Ultraschall-Untersuchung oft wirkungsvoller als die klassische Röntgenaufnahme der Brust, die Mammographie. Mit Ultraschall ließen sich selbst winzigste Krebsgeschwüre aufspüren, teilte die Deutsche Gesellschaft für Ultraschall in der Medizin in Bonn mit.

Erkannte Tumore kleiner als ein Zentimeter

Sieben von zehn Tumoren, die im Ultraschall festgestellt, aber von der Mammographie übersehen würden, seien kleiner als einen Zentimeter. Werde ein Tumor noch in diesem frühen Stadium entdeckt, bestünden ausgezeichnete Heilungschancen, erklärte die Gesellschaft.

Empfehlung für jüngere Frauen

Vor allem bei jüngeren Frauen mit noch dichtem Brustgewebe sei eine Ultraschalluntersuchung oder Sonographie wesentlich aussagekräftiger als eine Röntgenuntersuchung: Entdecke die Mammographie hier 50 Prozent der Tumore, seien es mit Ultraschall 90 Prozent. Zudem sei diese Untersuchung strahlenfrei, und die Brust müsse nicht wie bei der Mammographie in ein Gerät gedrückt werden.

Statistik

In Österreich erkranken jedes Jahr rund 4.500 Frauen an Brustkrebs, etwa 1.600 sterben daran. Für Frauen ab 50 empfehlen Experten eine Mammographie und eine Ultraschalluntersuchung pro Jahr, weil die Kombination der beiden Verfahren eine wesentlich höhere Erkennungsquote verspricht als jede Methode für sich alleine.

30 Prozent aller Brustkrebserkrankungen treten der Gesellschaft zufolge indes vor dem 50. Lebensjahr auf, deshalb seien die Untersuchungen auch für jüngere Frauen wichtig. Auch Frauen mit kleineren Brüsten und mit erblich bedingtem, hohem Erkrankungsrisiko profitierten von dem Verfahren, da auch bei ihnen die Ultraschalluntersuchung deutlich häufiger Tumore entdecke als die Mammographie. (APA/AP)

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