Fast 140 Tote bei Staudamm-Bruch in Pakistan

12. Februar 2005, 17:32
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Opfer mit Fischernetzen aus dem Wasser gezogen - Mehrere hundert Vermisste - 38 Tote bei Lawinenunglück

Uthal/Pakistan - Nach der verheerenden Überschwemmung infolge eines Staudammbruchs in Pakistan sind bis Samstag fast 140 Tote geborgen worden. Rund 500 Menschen wurden nach Angaben der Provinzregierung von Baluchistan noch immer vermisst. Der 150 Meter lange Shakidor-Damm in der Nähe des Küstenorts Pasni im Südwesten Pakistans war am Donnerstagabend nach Dauerregen gebrochen. Augenzeugen berichteten, die Wassermassen hätten Lastwagen und Autos erfasst und in das Meer gespült. Drei Dörfer wurden überflutet.

Das pakistanische Heer, die Marine und die Küstenwacht hätten bisher 135 Tote geborgen, berichtete Mohammed Ilyas vom Krisenstab in Quetta, der Hauptstadt der Provinz Baluchistan. Viele Tote seien mit Fischernetzen aus den Fluten gezogen worden, sagte Sher Jan Baluch, ein Mitglied der Provinzregierung. Die Rettungsarbeiten in Baluchistan und den Nachbarprovinzen, wo die seit Tagen wütenden Winterstürme ebenfalls schwere Schäden anrichteten, wurden durch anhaltend schwere Regenfälle erschwert.

30 zu Bergungsarbeiten eingesetzte Soldaten wurden laut einem Fernsehbericht möglicherweise selbst zu Opfern: Ihre Fahrzeuge seien am Freitag auf einer Gebirgsstraße von einer Lawine verschüttet worden, meldete der Privatsender Geo. Sicherheitskreise bestätigten am Samstag, die 30 Soldaten würden vermisst, es sei nicht gelungen, Kontakt zu ihnen aufzunehmen. Auch auf ein kleines Dorf in der Region Sawat ging am Freitagabend eine Lawine nieder, Berichte über Opfer lagen zunächst nicht vor.

Präsident Pervez Musharraf besuchte am Samstag einige betroffene Regionen in Baluchistan, um sich über den Stand der Rettungsarbeiten zu informieren, wie die staatliche Nachrichtenagentur APP berichtete. In einem Fernsehinterview sagte er allen, die einen Angehörigen oder Eigentum verloren, finanzielle Unterstützung zu.

Lawinen rissen unterdessen im pakistanischen Teil Kaschmirs mindestens 38 Menschen in den Tod. Die Schneemassen hätten am Freitagabend mehrere Dörfer im Neelum-Tal unter sich begraben, teilte die Polizei am Samstag mit. Das Neelum-Tal liegt rund 100 Kilometer nordöstlich von Muzaffarabad, der Hauptstadt des pakistanischen Teils von Kaschmir. Die Häuser dort sind überwiegend aus Lehm gebaut.

(APA/dpa)

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