Tadic: Unabhängigkeit des Kosovo "unannehmbar"

14. Februar 2005, 16:25
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UNMIK-Chef erwartet positives Signal Serbiens - Begegnungen mit kosovo-albanischen Politikern stehen nicht auf dem Programm

Belgrad/Pristina - Die Unabhängigkeit des Kosovo ist für den serbischen Präsidenten Boris Tadic "unannehmbar". Er werde eine derartige Lösung für den völkerrechtlichen Status der von der UNO verwalteten südserbischen Provinz nie akzeptieren können, erklärte Tadic am Sonntag bei seinem Besuch im Kosovo. Der Leiter der UNO-Verwaltung (UNMIK), Sören Jessen-Petersen, erwartet, dass der serbische Präsident ein "positives Signal" für die Bereitschaft Belgrads überbringt, "Brücken des Vertrauens zu schlagen".

Tadic war am Sonntag, am ersten Tag seiner zweitägigen Kosovo-Visite, mit Jessen-Petersen in Pristina zusammengetroffen. Es ist die erste Visite eines serbischen Staatsoberhauptes seit 1999, als die Vereinten Nationen nach dem Krieg die Verwaltung der Provinz übernahmen.

Der UNMIK-Chef hoffe, dass Tadic seinen Aufenthalt im Kosovo auch dazu nutze, vollen Einblick in die Situation zu bekommen und sich mit Vertretern aller Volksgruppen zu treffen, teilte die UNO-Mission nach dem Treffen mit. Begegnungen des Präsidenten mit kosovo-albanischen Politikern stehen allerdings nicht auf dem Programm.

Proteste vor UNO-Mission

Einige Dutzend Anhänger des ehemaligen kosovo-albanischen Studentenführers Albin Kurti und dessen Nicht-Regierungsorganisation KAN (Kosovo Action Network) haben am Sonntag vor dem Sitz der UNO-Mission (UNMIK) in Pristina demonstriert. Die Demonstranten entrollten ein gelbes Band mit der Aufschrift "Tatort - Nicht betreten" in albanischer und englischer Sprache.

Laut Belgrader Medienberichten wurde Tadic mit Trillerpfeifen und Plakaten etwa mit der Aufschrift "Die Mütter des Kosovo suchen weiterhin ihre Söhne" empfangen. Auch Eier wurden den Berichten zufolge geworfen. UNMIK-Chef Sören Jessen-Petersen und der serbische Präsident gaben nach ihrer kurzen Begegnung keine Stellungnahme gegenüber Medienvertretern ab. (APA)

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    Erster Besuch eines serbischen Präsidenten seit die Vereinten Nationen nach dem Krieg (1999) die Verwaltung der Provinz übernahmen.

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