Merkel warnt Europäer vor Alleingängen gegen die USA

12. Februar 2005, 14:36
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Für Reform der NATO - Schröders Initiative Absage erteilt - NATO hat "Rolle für das 21. Jahrhundert" nur noch nicht gefunden

München - CDU-Chefin Angela Merkel hat die Europäer zum Schulterschluss mit den USA in Fragen der Sicherheitspolitik aufgefordert. "Europa darf sich nicht als Gegengewicht zu den USA verstehen oder gar glauben, dass eine Gegenposition die europäische Identität stärken könnte", sagte Merkel am Samstag bei der Münchner Konferenz für Sicherheitspolitik. Gleichzeitig sprach sie sich wie Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) für eine Reform der NATO aus.

Sie glaube, dass jetzt "die Zeit eines Neubeginns" gekommen sei, sagte Merkel. Die NATO müsse gestärkt werden und dürfe auf keinen Fall relativiert werden. Damit erteilte sie einer Initiative Schröders für eine Umgestaltung des transatlantischen Bündnisses eine Absage. Die CDU-Chefin bemängelte, dass das transatlantische Bündnis seine "Rolle für das 21. Jahrhundert" noch nicht ausreichend gefunden habe. "Das ist keine Aussage darüber, dass ihre Rolle weniger wichtig ist."

Zugleich rief Merkel die USA am Samstag bei der Münchner Sicherheitskonferenz zu verstärkter Einbindung Europas auf. "Koalitionen der Willigen" könnten kein Ersatz für eine verlässliche Sicherheitspolitik sein. (APA/AFP/dpa)

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