Ex-Guantanamo-Häftling erhebt Vorwürfe gegen australische Behörden

15. Februar 2005, 21:04
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Australier wurde nach Ägypten - Behörden reagierten auf Kontaktaufnahme nicht

Sydney - Ein ehemaliger australischer Guantanamo-Häftling hat einem Pressebericht zufolge schwere Vorwürfe gegen australische Behörden erhoben. Diese seien möglicherweise in Mamdouh Habibs Verschleppung nach Ägypten verwickelt gewesen, berichtete die Zeitung "Sydney Morning Herald" am Samstag ohne Nennung von Quellen. Der 50-Jährige war im Oktober 2001 in Pakistan festgenommen und nach Ägypten gebracht worden; von dort aus wurde er im Mai 2002 auf den US-Militärstützpunkt Guantanamo auf Kuba überführt.

Kurz nach seiner Festnahme in Islamabad habe er einen Mann getroffen, den er als einen australischen konsularischen Beamten erkannt habe, schrieb die Zeitung. Diesen habe er gebeten, nach Australien zurückkehren zu dürfen; stattdessen sei er jedoch von US-Agenten nach Ägypten gebracht worden.

Die Anwälte des erst Ende Jänner nach rund drei Jahren freigelassenen Häftlings hatten bereits zuvor beklagt, Habib sei in Ägypten geschlagen und mit Elektroschocks gefoltert worden. Das Pentagon verdächtigte den ägyptischstämmigen 50-Jährigen der Zusammenarbeit mit Al Kaida in Pakistan. (APA/AFP)

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