Nordkorea ließ 70 Flüchtlinge hinrichten

14. Februar 2005, 12:13
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Menschenrechtsgruppe berichtet von öffentliche Exekutionen zwecks Abschreckung

Seoul - In Nordkorea sollen nach Angaben des südkoreanischen Flüchtlings-Hilfskomitees im vergangenen Monat rund 70 Flüchtlinge hingerichtet worden sein, die illegal nach China gelangt waren und von den chinesischen Behörden ausgeliefert wurden. Öffentliche Exekutionen hätten als Abschreckungsmaßnahme in der Stadt Chongjin in der Nordprovinz Hamgyeong stattgefunden, um die dortige Bevölkerung von Fluchtgedanken abzubringen, teilte das Komitee am Samstag in einem in Seoul veröffentlichten Kommunique mit.

Nordkorea hatte im Vorjahr sein Strafrecht verschärft und die Todesstrafe für politische Delikte eingeführt, auf die bis dahin zehnjährige bis lebenslange Zuchthausstrafen gestanden waren.

Die südkoreanische Nachrichtenagentur Yonhap hatte zuvor von 15 Hinrichtungen zurückgeschickter Flüchtlinge in der Stadt Hoeryong berichtet. Unter den Hingerichteten sollen sich auch Personen befunden haben, die vorübergehend Asyl in westlichen diplomatischen Vertretungen in Peking gefunden hatten. 2004 hatte China rund 1.900 nordkoreanischen Flüchtlingen die Ausreise nach Südkorea gestattet, obwohl die Regierung in Peking Nordkoreanern den Flüchtlingsstatus nicht zuerkennt. (APA/AFP)

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