Verhaftete Österreicherin in türkisches Gefängnis überstellt

13. Februar 2005, 15:55
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Anklageerhebung wegen Mitgliedschaft in "terroristischer Vereinigung"

Wien - Die am Donnerstag am Istanbuler Flughafen verhaftete Österreicherin Sandra B. ist nach Angaben ihres Rechtsanwalts in ein türkisches Gefängnis überstellt wurden. Gegen sie sei Anklage wegen Mitgliedschaft in einer terroristischen Vereinigung, der DHKP/C (Revolutionäre Volksbefreiungspartei/Front), erhoben worden, teilte die linke Gruppe "Antiimperialistische Koordination (AIK)" Freitag Abend in einer Aussendung mit.

Sandra B. könne "weder die in Österreich völlig legale Mitgliedschaft in der DHKP/C nachgewiesen werden, noch sonst eine Straftat", heißt es in der Aussendung. "Ihr einziges Verbrechen war es, eine politische Meinung gehabt und sich für diese engagiert zu haben." Laut AIK setzt sich Sandra B. "seit Jahren für die Rechte der tausenden politischen Gefangenen in der Türkei ein."

Die DHKP/C ist seit dem Jahre 2000 maßgeblich an den Solidaritätsaktionen gegen die Isolationshaftanstalten für politische Gefangene in der Türkei beteiligt. Die DHKP/C ist nach Angaben deutscher Sicherheitsbehörden eine Nachfolgeorganisationen der Terrorgruppe "Devrimci Sol"('Revolutionäre Linke) und seit 1998 als Ersatzorganisation in Deutschland verboten.

Ziel: Bewaffneter Volkskrieg

Die DHKP/C agiert auch unter der Bezeichnung DHKC (militärischer Arm der DHKP/C) und verfolgt das Ziel, das bestehende türkische Staatssystem durch einen bewaffneten Volkskrieg zu zerschlagen, um ein sozialistisches System zu errichten.

Die "Antiimperialistische Koordination" hat wiederholt zu Protestkundgebungen gegen die US-Besatzung des Irak und die "zionistische Aggression" aufgerufen.

Das Außenministerium in Wien steht in Kontakt mit Sandra B.. Man werde sich bemühen, am Montag einen Haftbesuch zu organisieren, verlautete aus dem Außenamt. (APA)

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