Provinzwahlen: Starke Beteiligung der Schiiten und Kurden

13. Februar 2005, 21:26
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Stimmenauszählung zur Parlamentswahl dauert noch einige Tage

Bagdad - Die Ergebnisse der Provinzwahlen im Irak zeigen eine besonders hohe Beteiligung in den kurdischen und schiitischen Gebieten, wie die Behörden am Freitag mitteilten. Die Abstimmungen über die Provinzregierungen fanden zeitgleich mit der Parlamentswahl am 30. Jänner statt. Bei letzterer dauert die Auszählung noch an, das Ergebnis soll erst in einigen Tagen bekannt gegeben werden. Drei Prozent der Stimmzettel müssten noch ausgezählt werden, erklärte der Leiter der irakischen Wahlkommission, Abdul-Hussein Hendawi.

Ursprünglich sollte das Ergebnis bereits am Donnerstag veröffentlicht werden. Am Mittwochabend hatte die Wahlkommission aber mitgeteilt, die Voten aus 300 Urnen müssten neu ausgezählt werden. Bei der Wahlbeteiligung dürften sich die Zahlen für die Provinz- und die Nationalparlamentswahl aber nicht wesentlich unterscheiden.

Wahllokale blieben in sunnitischem Stadtteil geschlossen

In Bagdad beteiligten sich demnach insgesamt 48 Prozent der Stimmberechtigten an den Provinzratswahlen. Am Tag der Wahl gab es lange Schlangen vor den Stimmlokalen besonders in den schiitischen und den bevölkerungsmäßig gemischten Stadtbezirken. Im sunnitischen Stadtteil Asamiyah blieben die Wahllokale geschlossen. In einem der Zentren des Aufstands, der von Schiiten und Sunniten bewohnten Provinz Babil südlich von Bagdad, beteiligten sich 71 Prozent, in den schiitischen Provinzen Kerbala und Najaf 73 Prozent.

Am höchsten war die Beteiligung mit 89 Prozent in der kurdischen Provinz Dohuk, 80 Prozent waren es in Sulaimaniyah. Beide liegen im selbst verwalteten Teil des kurdischen Gebiets.

Noch keine Zahlen wurden für die sunnitischen Provinzen Anbar, Salaheddin, Niniveh und Tamim veröffentlicht. Auch aus der zweitgrößten Provinz Basra und der kurdischen Provinz Erbil fehlten zunächst noch die Ergebnisse. (APA/AP)

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