Zehntausende nach neuen Kämpfen im Kongo auf der Flucht

14. Februar 2005, 12:05
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UNICEF: Die Lage spitzt sich zu

Genf - Neue Kämpfe in der kongolesischen Unruheprovinz Ituri haben in den vergangenen Tagen zehntausende Menschen in die Flucht getrieben. Etwa 35.000 Menschen hätten innerhalb von drei Tagen ihre Häuser verlassen, weil neue Kämpfe zwischen den Volksgruppen der Hema und der Lendu die Region erschütterten, sagte ein Sprecher des UN-Kinderhilfswerks am Freitag in Genf. Bei den Flüchtlingen handele es sich zumeist um Frauen und Kinder. Sie hätten berichtet, dass Männer getötet, Frauen vergewaltigt, Kinder verschleppt und Häuser niedergebrannt würden.

Die Menschen hätten in vier Flüchtlingslagern Schutz gesucht. Anfang der Woche habe die UNICEF dort noch 50.000 Menschen versorgen müssen, bis Freitag Früh sei deren Zahl auf 85.000 gestiegen. "Innerhalb von drei Tagen hat sich die Zahl beinahe verdoppelt. Das zeigt, dass sich die Lage zuspitzt", sagte UNICEF-Sprecher Damien Personnaz. Seit 1999 wurden in dem Bürgerkrieg zwischen den Volksgruppen der Hema und Lendu in Ituri rund 50.000 Menschen getötet. (APA)

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