Deutsche Telekom: Haben Kaufoption für PTC-Anteile ausgeübt

21. Februar 2005, 13:10
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Demnach hätte die Telekom 97 Prozent am polnischen Mobilfunker

Die Deutsche Telekom hat eigenen Angaben zufolge eine Kaufoption für alle Anteile des polnischen Versorgers Elektrim an dem Mobilfunkunternehmen PTC ausgeübt. Sollten diese Anteile tatsächlich an die Telekom übertragen werden, würde der Bonner Konzern zusammen mit seinem eigenen PTC-Anteil in Höhe von 49 Prozent dann rund 97 Prozent von PTC kontrollieren.

Die Deutsche Telekom teilte am Freitag in Bonn mit, der Anteilskauf führe "einen wichtigen Schritt näher an die dringend erforderliche Klärung der unternehmerischen Verantwortung" bei PTC. Über die finanziellen Einzelheiten der Kaufoption machte die Telekom keine Angaben.

Vergebliche Mühen

Die Telekom kontrolliert 49 Prozent an PTC und versucht seit Jahren vergeblich, das in Osteuropa führende Branchenunternehmen mehrheitlich oder vollständig zu übernehmen. Bisher scheiterte der größte europäische Telekom-Konzern mit diesem Vorhaben aber immer wieder an den beiden PTC-Mitgesellschaftern, Elektrim und dem französischen Mischkonzern Vivendi Universal.

Bei der jetzt ausgeübten Kaufoption beruft sich die Telekom auf eine im Dezember 2004 ergangene Entscheidung eines Schiedsgerichts in Wien. Danach war eine Übertragung der PTC-Anteile von Elektrim an eine gemeinsame Tochter mit Vivendi unwirksam, wodurch Elektrim weiterhin Eigentümer der PTC-Anteile ist und die Aktienübertragung an die Tochter rückgängig machten musste. Zudem ist die Telekom ihrer Ansicht per Gerichtsentscheid berechtigt, eine Kaufoption auf den Elektrim-Anteil an PTC ausüben. Um die durch diese Kaufoption mögliche Mehrheitsübernahme der Telekom bei PTC zu verhindern, hatte sich die gemeinsame Tochter von Elektrim und Vivendi, Elektrim Telekomunikacja (ET), stets gegen den Rücktransfer der PTC-Anteile von Elektrim zur Wehr gesetzt.

Eine Aktie

Elektrim teilte am Freitag in Warschau mit, das Unternehmen besitze lediglich eine Aktie von PTC. Die restlichen Anteile lägen bei der Tochter ET, die wiederum mehrheitlich von Vivendi geführt wird. Elektrim hält an dem Gemeinschaftsunternehmen nur eine Minderheit und kann daher gegen den Willen des Mehrheitsgesellschafters Vivendi keine Entscheidungen durchsetzen.

Von der EU-Kommission hatte die Telekom bereits im Oktober grünes Licht für einen Erwerb der Mehrheit erhalten. (APA)

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