Streik legte Bahnverkehr in Italien lahm

12. Februar 2005, 15:15
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Eisenbahner ignorierten Dienstanweisung des Verkehrsministers – Generalstreik geplant

Rom - Ein auf 24 Stunden angelegter Streik hat am Freitag den Zugverkehr in ganz Italien weit gehend lahm gelegt. Die Gewerkschaften sprachen von einem "vollen Erfolg" und gaben die Streikbeteiligung mit "beinahe 90 Prozent" an.

Strafen drohen

Die Eisenbahner – sie fordern mehr Sicherheit im Zugverkehr – ignorierten eine Dienstverpflichtung von Verkehrsminister Pietro Lunardi, der eine Reduzierung des Ausstands auf acht Stunden angeordnet hatte. Die Betroffenen müssen nun mit Geldstrafen rechnen.

Obwohl der Streik erst am Donnerstagabend begann, musste die Eisenbahnverwaltung bereits vorher den Einsatz von 50 Langstreckenzügen, deren Ankunft für nach 21 Uhr vorgesehen war, streichen.

Auch Flugverkehr behindert

Auch im Flugverkehr sorgten Streiks für erhebliche Probleme. Am Donnerstag musste allein die Fluggesellschaft Alitalia wegen eines vierstündigen Streiks von Bord- und Bodenpersonal 141 Flüge annullieren. Die Fluggesellschaft bezifferte den Schaden auf 600 Millionen Euro. Doch auch andere Gesellschaften waren betroffen. Am Mailänder Flughafen Malpensa fielen 60 Prozent aller Flüge aus.

Nun drohen die Gewerkschaften mit einem 24-stündigen Streik am 21. Februar. Unterdessen haben die drei großen Gewerkschaften des Landes für 18. März einen Generalstreik ausgerufen. Dabei wollen die Beschäftigten im öffentlichen Dienst auf einer Großkundgebung in Rom für die Erneuerung ihres Tarifvertrags demonstrieren. Auch die Ärzte haben für 28. Februar und 4. März zwei Streiktage angekündigt. (DER STANDARD, Printausgabe, 12./13.1.2005)

Gerhard Mumelter aus Rom
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