Haselsteiner wehrt sich gegen Vorwürfe

15. Februar 2005, 18:50
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"Strabag hat Kärntner FP nicht finanziert" - Konzernchef bedauert auch, an der Ausschreibung für das Klagenfurter Stadion überhaupt teilgenommen zu haben

Klagenfurt - Hans Peter Haselsteiner ist "empört", dass die Strabag beim Vergabeverfahren um das Klagenfurter EM-Stadion immer wieder mit Kärntens Landeshauptmann Jörg Haider und der FPÖ in Zusammenhang gebracht wird. Da werde "offenbar gezielt versucht, das Bieterkonsortium aus Strabag, Siemens und HBM aus dem Rennen zu kippen". Die Strabag ist mit einem Preis von 68 Millionen Euro nur drittgereiht. Best- und Billigstbieter ist die Porr/Alpine.

"Kann mir nicht aussuchen, wer Landeshauptmann ist"

Die Strabag auszubooten habe offenbar auch der kürzlich aus der Vergabejury zurückgetretene Architekt Hermann Eisenköck mit seinem Schreiben an den Kommissionsvorsitzenden Peter Gattermann bezweckt. "Was er da verbreitet hat, ist ruf- und kreditschädigend für die Strabag. Das ist doch pervers zu behaupten, wir würden die Kärntner Freiheitlichen finanzieren. Ich habe ein sachlich korrektes Verhältnis zu Jörg Haider. Ich kann mir ja nicht aussuchen, wer Kärntner Landeshauptmann ist", wettert Haselsteiner.

Es sei doch im Gegenteil absolut zu hinterfragen, "warum Eisenköck dem Kommissionsvorsitzenden solche vertraulichen schriftlichen Mitteilungen" mache und diese "dann auch noch zufällig den Weg in die Öffentlichkeit finden". Faktum sei, dass "ein Mitglied der Vergabejury die Strabag verleumdet und diskreditiert hat, weil er offenbar selber gewisse Interessen vertritt". Wessen Interessen, wollte der Strabag-Chef nicht sagen.

"Objektive Kriterien fehlen"

Die 20-Mio.-Euro-Klage gegen Eisenköck bleibe jedoch so lange aufrecht, "bis er seine Behauptungen richtig stellt und widerruft". Haselsteiner verteidigt auch die exorbitante Höhe des Streitwerts von 20 Mio. Euro: "Das ist ohnehin nur die Untergrenze. Wenn man einen Großauftrag verliert, kann das noch viel mehr ausmachen".

Im Rückblick bedaure er, an dieser Ausschreibung überhaupt teilgenommen zu haben, meint Haselsteiner, denn eine Generalunternehmer-Ausschreibung wie diese hier sei leicht zu manipulieren. "Da fehlen objektive Kriterien. Wenn einem die Architektur nicht gefällt, ist man draußen. Und das ist bekanntlich eine Geschmackssache." Ohne ihren Partner HBM wäre die Strabag freilich gar nicht mehr im Rennen, weil sie eine Voraussetzung der Ausschreibungen nicht erfüllte, nämlich in den letzten drei Jahren ein Stadion gebaut zu haben.

Kärnten Stiftung

Haselsteiner bestätigte zudem, dass aus der Kärnten Stiftung, deren Stiftungsmitglied und Aufsichtsrat er ist, 300.000 Euro für die Klagenfurter Seebühne bereitgestellt worden sind: "Das war vor dem Skandal. Heute würde ich das nicht mehr machen." (Elisabeth Steiner, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 12./13.2.2005)

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    Hans-Peter Haselsteiner: "Ich kann mir ja nicht aussuchen, wer Kärntner Landeshauptmann ist."

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