Indien: Tsunami legte archäologische Schätze frei

11. Februar 2005, 19:18
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Fundstücke aus der Zeit der Pallava-Dynastie wurden angespült

Mahabalipuram - Die Flutwellen in Südasien haben an der südindischen Küste jahrhundertealte archäologische Schätze freigespült. Experten der indischen Archäologieteams sind über die Funde am Strand von Mahabalipuram hellauf begeistert, wie ihr Chef, T. Sathiamoorthy, am Donnerstagabend sagte. "Das Meer hat die Großartigkeit der Pallava-Dynastie ans Licht gebracht." Unter den Fundstücken aus der Zeit der Pallava-Dynastie, die vom ersten Jahrhundert v. Chr. bis zum achten nachchristlichen Jahrhundert Südindien beherrschte, sind zwei große Löwen aus Granit; die aus einem einzigen Block gehauenen Raubkatzen seien ein Meisterwerk der Bildhauerkunst jener Zeit.

Besonders erstaunt waren die Archäologen über eine bronzene Buddha-Figur. Die rund 15 Zentimeter große Figur im Lotussitz habe in einem Körbchen gelegen, das auf einem Bambusfloß angebracht gewesen sei. Auf dem Rücken des Buddha stehe ein Text in birmanischer Schrift. Es sei wahrscheinlich, dass die Figur einst von Birma nach Thailand gebracht worden sei, bevor sie "durch den Tsunami" übers Meer nach Indien geschwemmt wurde. Die Archäologen stießen zudem auf die Überreste eines Steinhauses und eine noch zur Hälfte erhaltene Elefanten-Statue, wie Sathiamoorthy sagte.

Vom Wasser wieder bedeckt sind den Angaben zufolge Fundamente eines Tempels und weitere Skulpturen, die in der Bucht laut Augenzeugen zum Vorschein kamen, als sich das Meer kurz vor dem Hereinbrechen der Wellen weit zurückgezogen hatte. Jetzt solle der Meeresboden abgesucht werden, sagte Sathiamoorthy. Durch den Tsunami am 26. Dezember wurden im ganzen betroffenen Gebiet in Südasien mehr als 285.000 Menschen getötet. (APA)

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