EU will Internet-Telefonie fördern

21. Februar 2005, 13:10
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Wettbewerb zu herkömmlichen Netzbetreibern soll intensiviert werden

Die EU-Kommission will Internet-Telefonie als kostengünstige Alternative zu herkömmlichen Telefonnetzbetreibern fördern. Vertreter der 25 nationalen Telekom-Regulierungsbehörden erklärten am Freitag bei einem Treffen mit der Kommission in Brüssel, die so genannte "Sprache über das Internet-Protokoll (VoIP) hat das Potenzial, die bestehenden Marktstrukturen gründlich zu verändern".

Größere Auswirkungen als E-Mail

"VoIP wird zu vielseitigen und innovativen Diensten auf dem Markt führen, die auf Verbraucher und Unternehmen noch größere Auswirkungen als E-Mail haben könnten. Und Sprache über das Internet-Protokoll ist nur die Spitze des Eisbergs. IP-gestützte Netze und Dienste werden zur Grundlage eines ganz neuen Spektrums von Kommunikationsdiensten, die nicht nur unmittelbar den Verbrauchern nutzen, sondern sich auch rasch auf die gesamte Wirtschaft auswirken", erklärte die für Informationspolitik zuständige EU-Kommissarin Viviane Reding.

Wenig Regulierung

Ein Sprecher Redings betonte, die Kommission strebe möglichst wenig Regulierungsvorschriften für Internet-Telefonie an. Dies soll den Wettbewerb zu herkömmlichen Betreibern fördern. Nötig sei aber die Regelung der Telefonnummern-Vergabe, von der Internet-Anbieter nicht ausgeschlossen werden dürften. Derzeit bestehe noch zu viel Rechtsunsicherheit auf dem Markt. Dies verhindere, dass Internet-Telefonie ihr Potenzial voll entwickelt. Bis Jahresende will die EU-Kommission Leitlinien für die Regulierung von VoIP erarbeiten.

Europa hinkt hinterher

Nach Angaben der EU-Kommission hinkt Europa beim Einsatz dieser Technologie den USA und Japan hinterher. In Japan telefonieren bereits 4,9 Millionen Menschen über das Internet, das entspricht in etwa jedem zehnten Haushalt. In den USA nutzen rund eine Million Menschen "Sprache über das Internet-Protokoll". In Deutschland gebe es nur rund 10.000 Anwender, sagte der Sprecher Redings. Internet-Telefonie sei zudem stark vom Ausbau der Breitbandnetze abhängig. Derzeit hätten nur 6,5 Prozent er Europäer Zugang zum Hochgeschwindigkeitsnetz, Ziel der EU ist eine Rate von 50 Prozent. (APA)

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