Verfassung fliegt ins All

14. Februar 2005, 18:00
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Kopie des Vertrages wird im Zuge des Auftakes der "Earth & Space Week zur Internationalen Raumstation ISS geflogen

Brüssel - Nicht auf den Mond - wie es vermutlich so manche Euroskeptiker wollen - sondern in den Weltraum wird demnächst ein Exemplar der künftigen EU-Verfassung geschossen. Am 15. April wird der italienische Astronaut Roberto Vittori eine Kopie des Vertrages an Bord einer russischen Sojus-Rakete zur Internationale Raumstation ISS mitnehmen, wie die EU-Kommission mitteilte. Das Exemplar der EU-Verfassung übergab Kommissions-Vizepräsident Günter Verheugen am Freitag dem europäischen Astronauten-Korps anlässlich der Eröffnung der "Earth & Space Week" in Brüssel.

Volksabstimmungen

"Wenn sie einmal im Weltraum ist, umkreist die Verfassung nicht nur Europa, sondern den Globus. Es bleibt zu hoffen, dass dieses Symbol der europäischen Identität begrüßt wird, sowohl von Europäern als auch ihrem Gegenüber auf der Welt", sagte Verheugen. Am 20. Februar findet in Spanien das erste Referendum über das europäische Grundgesetz statt, in neun weiteren EU-Ländern, aber nicht in Österreich, sind Volksabstimmungen darüber geplant. Nach Plan soll die EU-Verfassung Ende 2006 in Kraft treten.

Die "Earth & Space Week" in Brüssel bringt bis zum 20. Februar Politiker, europäische Astronauten und Experten zusammen. Die Veranstaltung wird von der Europäischen Kommission in Zusammenarbeit mit der Europäischen Weltraumagentur ESA organisiert. Schwerpunkte heuer sind ein Erdbeobachtungsgipfel, eine Konferenz über die internationale Zusammenarbeit in der Raumfahrt sowie eine große Ausstellung über Erde und Weltall im Zentrum der EU-Hauptstadt.

Eröffnung

Die Ausstellung ist am Freitag feierlich von Prinz Philippe von Belgien, EU-Kommissar Verheugen und ESA-Generaldirektor Jean-Jacques Dordain eröffnet worden. Die Veranstalter erhoffen sich dadurch ein gesteigertes Interesse der Öffentlichkeit an der europäischen Raumfahrt, der Eintritt zur Ausstellung ist frei. Eine Projektionskuppel mit 20 Meter Durchmesser neben dem EU-Kommissionsgebäude soll "atemberaubende Bilder unseres Heimatplaneten und seiner Umgebung" zeigen, heißt es in dem Programm.

Weitere Aktionen sind ein Ideenwettbewerb für Kinder, die eingeladen wurden, eine Fahne für die Erde zu entwerfen. Am Valentinstag können Hobbyastronomen, Astronauten und interessierte Laien den Nachthimmel am nahe gelegenen Cinquantenaire-Park erforschen. Am kommenden Mittwoch treffen Vertreter von 58 Nationen, 30 internationalen Organisationen und der EU-Kommission zusammen, um über die Errichtung eines übergreifenden Systems zur Beobachtung der Erde und zum Austausch wissenschaftlicher Daten (GEOSS) zu beraten. Eine Konferenz am Donnerstag und Freitag zum europäischem Raumfahrtprogramm rundet den Veranstaltungsreigen ab. (APA)

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