EU bietet Iran Team zur Beschaffung von Leichtwasser-Reaktor an

14. Februar 2005, 12:06
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Verhandlungen in Genf über iranisches Atomprogramm

Genf - Im Streit um das iranische Atomprogramm wollen die Verhandlungsführer der EU dem Iran die Entsendung eines Teams anbieten, das dem Land bei der Beschaffung eines Leichtwasserreaktors behilflich sein soll. Bei dem Angebot der Gesandten Deutschlands, Frankreichs und Großbritanniens während der laufenden Verhandlungen in Genf handle es sich um einen ersten konkreten Schritt in den Bemühungen, den Iran zu einem dauerhaften Stopp seiner Urananreicherung zu bewegen, sagte ein mit den Gesprächen vertrauter Diplomat am Freitag der Nachrichtenagentur AFP.

Der von den Europäern in Aussicht gestellte Leichtwasser-Forschungsreaktor verfügt über ein wesentlich geringeres Potenzial für eine militärische Umwidmung als ein vom Iran bislang angestrebter Schwerwasserreaktor. Diese werden mit natürlichem Uran gespeist und können bedeutende Mengen atomwaffenfähigen Plutoniums abwerfen.

Der Iran hatte den Europäern im Herbst zugesagt, als vertrauensbildende Maßnahme zunächst kein Uran mehr anzureichern; die EU will eine dauerhafte Aussetzung erreichen. Deutschland, Frankreich und Großbritannien verhandeln mit dem Iran über ein Abkommen, in dem das Land sein umstrittenes Atomprogramm aufgeben soll und im Gegenzug unter anderem Handelserleichterungen bekommt. Vor allem die Vereinigten Staaten werfen der iranischen Führung vor, heimlich an Atomwaffen zu arbeiten. (APA)

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