Lawinengefahr steigt wieder

13. Februar 2005, 19:07
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Die Schneedecken sind nur mäßig verfestigt - Bereits das Gewicht eines Einzelnen reicht, um ein Schneebrett loszutreten

Wien - Durch den plötzlichen Temperaturanstieg und den einsetzende Regen haben am Freitag Experten davor gewarnt, dass sich die Lawinengefahr in Teilen Österreichs erhöhen könnte.

In einigen Gebieten war noch Gefahrenstufe 2, man erwarte jedoch bis zum Wochenende Stufe 3. Dass könnte bedenklich werden, da viele auf Grund der Ferien in Österreichs Bergen zum Skifahren sind.

Salzburg

In Salzburg erwarte man auch, dass am Samstag die Lawinenwarnstufe voraussichtlich auf Stufe 3 ansteigt, so Bernhard Niedermoser vom Salzburger Lawinenwarndienst. Oberhalb von 2.000 Metern könne der Wind bis zu 100 km/h erreichen, die Schneedecke sei dadurch nur mäßig verfestigt. Vor allem auf frisch eingewehten Steilhängen sei Vorsicht geboten. Gefahrenstellen liegen im schattigen, kammnahen Gelände im Nordsektor, aber auch auf der Ost- und Südseite.

Gewicht eines Einzelnen reicht

Nur erfahrene Tourengeher sollten am Wochenende in den höheren Lagen Salzburgs unterwegs sein, warnt Niedermoser. "Bereits das Gewicht eines einzelnen Sportlers reicht, um ein Schneebrett loszutreten." Eine Auslösung ist insbesondere bei einem Gefälle von über 35 Grad möglich.

Steiermark

Auch in der Steiermark sei die Lawinengefahr in den kommenden Tagen auf jeden Fall ansteigend. Am Sonntag könnte es wieder in Stufe 4 im Oberland gehen. Allgemein herrscht derzeit Warnstufe 2. In den Nordalpen West und Nordalpen Ost 3, in den Niederen Tauern, den Gurk- Seetaler Alpen, dem steirischen Randgebirge West bzw. Ost herrsche Stufe 2.

VorarlbergP>

Für Samstag werden Niederschläge mit einer Schneefallgrenze von bis zu 1.800 Metern prognostiziert, für Sonntag und Montag häufige und anhaltende Schneefälle. Die Lawinengefahr steigt dabei an.

Tirol

In Tirol stieg die Gefahr ebenfalls leicht an. Grund ist nach Angaben des Lawinenwarndienstes jedoch der Neuschnee. Gefahrenstellen liegen laut Lawinenexperten vor allem oberhalb von etwa 2.000 Metern, insbesondere in steilen, schattseitigen Hängen.

Kärnten

Allgemein habe sich in Kärnten die Schneedecke durch das sonnige und kalte Winterwetter recht gut festigen können.

Niederösterreich

In Niederösterreich musste laut ÖAMTC die Mariazeller Straße (B20) - die Verbindung von St. Pölten und Mariazell - zwischen Türnitz und dem Skigebiet am Annaberg gesperrt werden. Auch die L6174 von Lunz am See nach Langau war am Freitag wegen Lawinengefahr nicht befahrbar. Die Fahrbahnen der Autobahnen und Schnellstraßen sowie Bundesstraßen waren überwiegend salznass. Auf den Landstraßen mussten die Autofahrer mit Schneefahrbahnen rechnen. Zudem kam es im gesamten Landesgebiet auf Grund des gefrierenden Regens zu Eisglätte.(APA)

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