Pilot verhindert Abschiebung

14. Februar 2005, 11:09
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Iranerin droht laut MenschenrechtlerInnen in ihrer Heimat die Steinigung

Frankfurt/Main - Am Widerstand eines Piloten ist die Abschiebung einer 24-jährigen Iranerin am Frankfurter Flughafen gescheitert. Wie das Bundesgrenzschutzamt Frankfurt mitteilte, weigerte sich der Pilot am Donnerstag, Zahra K. auszufliegen. Nach Angaben der zuständigen Ausländerbehörde hatte sich die junge Frau, der nach Angaben von MenschenrechtlerInnen in ihrem Heimatland die Steinigung wegen Ehebruchs und ihres Übertritts zum christlichen Glauben droht, zuvor heftig gegen ihre Abschiebung gewehrt.

MenschenrechtsaktivistInnen hatte wiederholt massiv gegen die Abschiebung der Frau protestiert. Wie Reinhard Beutler vom zuständigen Landkreis Goslar erklärte, kollabierte die 24-Jährige nach dem Zwischenfall. Sie wurde in ein Krankenhaus in der Nähe von Frankfurt gebracht. Die niedersächsischen Behörden wollen an den Abschiebeplänen festhalten.

Zivilcourage

Die Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV), die ebenfalls gegen die Abschiebung protestiert hatte, lobte das Verhalten des Piloten: "Ein Frankfurter Flugkapitän hat mehr Zivilcourage als der Innenminister, der trotz massiver Kritik der Öffentlichkeit die Abschiebung bis zum bitteren Ende führen lassen wollte", erklärte der Generalsekretär der Organisation, Tilman Zülch.

Geschichte

Nach Angaben der niedersächsischen Behörden war K. im Mai 2001 nach Deutschland eingereist und hatte dort Antrag auf Asyl gestellt. Dieser war jedoch wiederholt abgelehnt worden. Den Angaben zufolge tauchte die junge Frau aus Angst vor einer möglichen Abschiebung zeitweise unter. Sie trennte sich von ihrem Mann, der mit der gemeinsamen Tochter Deutschland verließ, und wechselte im vergangenen Jahr zum christlichen Glauben über. (APA)

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