Investitionen in Nordafrika und Mittelost forciert

11. Februar 2005, 20:40
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Sicherheit soll verbessert werden

München - Die deutsche Wirtschaft will ihre Investitionen in Nordafrika und Mittelost ausbauen und so auch zu mehr Sicherheit beitragen. In der Region sei eine dynamische Wirtschaftsentwicklung zu beobachten, die Märkte öffneten sich, sagte Axel Wippermann, Vorsitzender der Nordafrika Mittelost Initiative der Deutschen Wirtschaft und Vorstandsmitglied der MAN-Tochter Ferrostaal, am Freitag in München.

"Wir sehen in der gesamten Region, dass wir ein, wenn nicht der gewünschte Partner sind." Allerdings bestünden auch noch viele Hemmnisse, vor allem für Mittelständler. Die Veranstaltung stand im Zusammenhang mit der 41. Münchner Konferenz für Sicherheitspolitik an diesem Wochenende.

Bevölkerungsdichte

Zwar habe sich das durchschnittliche Wirtschaftswachstum der Region in den vergangenen drei Jahren auf sechs Prozent etwa verdoppelt, doch flössen lediglich 0,7 Prozent aller globalen Direktinvestitionen nach Nordafrika und Mittelost, sagte Wippermann. Am weltweiten Bruttosozialprodukt habe die Region einen Anteil von nur 2,7 Prozent. Mit einer relativ geringen Bevölkerungsdichte böten die Länder weniger attraktive Absatzmärkte als etwa Länder in Fernost.

Zudem suchten Unternehmen billige Arbeitskräfte eher in China oder Indien. Ein durchgängiger Investitionsschutz fehle. Während zwar nahezu alle deutsche Großunternehmen in der Region vertreten seien, fehle es an Mittelständlern, die etwa als Zulieferer eine wichtige Rolle spielen könnten.

Rohstoffe

Da sich die einheimische Wirtschaft fast ausschließlich auf Rohstoffe wie Öl und Gas oder auf den Tourismus stütze, gebe es grundsätzlich Chancen für nahezu alle anderen Branchen, vor allem aber für Infrastruktur-Anbieter wie Bauwesen, Verkehr oder Telekommunikation, sagte Wippermann. Mit der Beteiligung am Bau einer Methanol-Anlage in Oman sieht sich MAN als mit Abstand größter deutscher Investor in dem Land.

Peter Klaus, Vorstandsmitglied der KfW Bankengruppe, sprach von wachsenden Chancen für Investoren in der Region. "Wir sehen seit einigen Jahren eine Liberalisierung, eine deutliche Entflechtung von Politik und Wirtschaft." In den vergangenen zehn Jahren belief sich das Engagement der KfW in Nordafrika und Mittelost auf drei Mrd. Euro, "allerdings mit einer ganz stark steigenden Kurve", sagte Klaus. (APA/dpa)

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