Handball: Hypo NÖ setzt in Dänemark zum Viertelfinal-Sprung an

12. Februar 2005, 19:12
posten

Ein Punkt gegen Viborg HK würde Gruppen-Sieg und ersten Aufstieg seit 2000 bedeuten

Wien/Viborg - Im Frühjahr 2000 hat sich Hypo NÖ zum achten und bisher letzten Mal in Europa zum Meister der Meister gekürt, seit damals aber nie mehr das Viertelfinale der Königsklasse erreicht. Die Chancen, dass die Handballerinnen aus der Südstadt die mageren Jahre beenden, waren noch nie so groß wie heuer. Ein einziges Pünktchen am Samstag auswärts gegen Viborg HK würde der Truppe von Gunnar Prokop sogar vorzeitig den ersten Tabellenplatz in Gruppe B garantieren!

Weil aber auf ein Remis zu spielen auch im Handball ein Ding der Unmöglichkeit ist, gehen die Schützlinge von Gunnar Prokop gegen den Titelträger aus dem Land des dreifachen Olympiasiegers Dänemark aufs Ganze. "Warum sollen wir nicht auch auswärts gewinnen, die Klasse und das Potenzial dafür besitzen wir", sagt der stets optimistische Manager, der vor der Saison den ersten Gruppen-Platz und das Erreichen des Viertelfinales als Ziele proklamiert hat.

Im Gegensatz zum ersten Gruppen-Spiel, das gegen Viborg knapp 29:28 gewonnen wurde, haben sich die Niederösterreicherinnen kontinuierlich gesteigert und weisen nach vier Spielen das Maximum von achten Punkten und jeweils vier Zähler Vorsprung auf die Däninnen und Dinamo Wolgorad, am 20. Februar in Russland letzter Hypo-Gegner, auf. "Im ersten Treffen mit Viborg waren wir noch nicht so weit wie jetzt", begründet Prokop seine Zuversicht.

Diese basiert einerseits auf der hochpositiven Statistik (von bisher insgesamt 19 Duellen mit dänischen Vertretern verlor Hypo nur vier) und andererseits vor allem auf dem neuen Trainer Mile Isakovic. "Mit seiner Arbeit bin ich sehr zufrieden, er macht im Training unheimlich Druck, vielleicht können wir schon diesmal ernten", so der 64-jährige nimmermüde Handball-Zampano, der den 46-jährigen Serben ja länger binden möchte.

Um gegen die Däninnen, die kürzlich in der nationalen Liga den regierenden Champions-League-Sieger Slagelse FH von der Tabellenspitze gestürzt haben, in die Knie zu zwingen, bedarf es aber mehr als einer guten Bilanz und eines guten Trainers. Das weiß natürlich Prokop: "Wir dürfen nicht Pingpong, sondern müssen diszipliniert und geduldig auf die Chance spielen. Würfe aus halben Möglichkeiten sind verboten", hämmert Prokop seinen Außenseiterinnen immer wieder ein.

Wird der erste Matchball am Samstag im Norden gegen die favorisierten Gastgeberinnen nicht verwandelt, bietet sich eine Woche später im Osten gegen Dinamo Wolgograd ein zweiter. Noch hat es Hypo selbst in der Hand. "Und selbst wenn wir jetzt zwei Mal nicht hoch verlieren sollten, ist der Aufstieg möglich", betont Prokop. Der Druck lastet also voll auf Viborg bzw. auf den Russinnen, die am Samstag zu Nordstrand Oslo müssen.(APA)

Share if you care.