Hauptverband: Molterer respektiert Einigung, die ihm nicht gefällt

12. Februar 2005, 16:09
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VP-Klubobmann skeptisch: Glaubt nicht, "dass SPÖ nun ihre destruktive Haltung aufgeben wird" - ÖVP hätte rein schwarze Postenbesetzung begrüßt

Wien - Nicht wirklich glücklich scheint ÖVP-Klubobmann Wilhelm Molterer über die sozialpartnerschaftliche Einigung zwischen Wirtschaftskammer und Gewerkschaft auf die Führungsposten im Hauptverband der Sozialversicherungsträger. "Ich respektiere die Einigung der Sozialpartner. Manchmal gefällt einen eine Einigung, manchmal eben nicht. Aber ich warte schon ab, was jetzt kommt. Ich habe nämlich nicht den Eindruck, dass die SPÖ nun ihre destruktive Haltung aufgeben wird", so Molterer in der "Tiroler Tageszeitung" (Freitag-Ausgabe).

Der Hintergrund: Die Bundes-ÖVP wollte dem Vernehmen nach sowohl im Vorstand als auch in der Trägerkonferenz des Hauptverbandes einen ÖVP-Mann einsetzen. Wirtschaftskammer-Präsident Christoph Leitl (V) und ÖGB-Chef Fritz Verzetnitsch (S) haben sich aber darauf verständigt, an die Spitze des Vorstandes den VP-nahen Erich Laminger und an die Spitze der Trägerkonferenz den SP-Vertreter Franz Bittner zu setzen.

Glaubt an vorgezogene Wien-Wahlen und Jörg Haider Aussagen "richten sich von selbst"

Vorgezogene Nationalrats-Wahlen schloss Molterer in dem Interview aus, er erwartet aber frühere Wien-Wahlen. "Wir arbeiten bis zuletzt. Aber es deutet alles daraufhin, dass Wien schon heuer im Herbst wählt." Auf die jüngsten Attacken des Kärntner Landeshauptmannes Jörg Haider (F) auf Bundeskanzler Wolfgang Schüssel (V) reagierte der Klubchef gelassen: "Manches was in der Politik gesagt wird, richtet sich von selbst. Das gilt auch für Jörg Haider." (APA)

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