Gefängnisrevolte in Argentinien: Acht Tote, 25 Geiseln

11. Februar 2005, 19:49
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Dutzende Verletzte nach stundenlangen Schießereien mit Häftlingen in Cordoba - Gefängnisdirektor unter den Geiseln

Buenos Aires - Bei einer Gefängnisrevolte in der argentinischen Großstadt Cordoba sind nach Medienberichten am Donnerstag mindestens acht Menschen getötet und Dutzende verletzt worden. Es handele sich um sieben Häftlinge und einen Wärter. Mit Gewehren und Pistolen bewaffnete Häftlinge hätten insgesamt 24 Wärter und den Gefängnisdirektor als Geiseln genommen, teilten die Behörden mit.

Zunächst war von vier Toten berichtet worden. Die Revolte dauerte auch in der Nacht an. Verhandlungen wurden abgebrochen, berichteten Fernsehsender unter Berufung auf die Behörden.

Stundenlange Schießereien mit Häftlingen

Die Polizei lieferte sich stundenlange Schießereien mit Häftlingen, die damit drohten, einige ihrer Geiseln von den Dächern zu stürzen. Vor laufenden Kameras brachten sie einigen der Geiseln Schnittwunden bei. Mindestens drei Häftlinge wurden erschossen, als sie mit einem Lastwagen zu fliehen versuchten. Teile der Haftanstalt standen in Flammen.

In dem Gefängnis, das für 700 Häftlinge ausgelegt ist, befinden sich nach neuen Angaben etwa 2000 Insassen - darunter viele besonders gefährliche Straftäter, die lebenslängliche Haftstrafen abzusitzen haben. Die Aufständischen fordern bessere Haftbedingungen und eine Verlängerung der Besuchszeiten. (APA/dpa)

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    Die Aufständischen drohen damit, ihre Geiseln von den Dächern zu stoßen.

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