Falschgeldboom in Wien

14. Februar 2005, 15:44
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Zahl der Anzeigen wegen Falsifikaten stieg um das Achtfache - 676 Anzeigen im Jänner

Wien - Der Trend zum Bargeld Marke Eigenbau ist ungebrochen. In Wien wurden im Jänner 676 Anzeigen im Zusammenhang mit Falschgeld erstattet, im Vergleich zum Jahr zuvor ein Anstieg um beachtliche 880 Prozent. Gleichzeitig wurden von der Polizei aber auch 73 Blütenfälle geklärt, im Jänner 2004 wurden nur drei Täter erwischt.

Entwicklung des Vorjahres setzt sich fort

Die aktuelle Kriminalstatistik bestätigt damit die Entwicklung des Vorjahres. Laut Nationalbank und Bundeskriminalamt wurden 2004 mehr als 13.000 gefälschte Banknoten aus dem Verkehr gezogen, der Nennwert der falschen Scheine betrug 1,4 Millionen Euro. Im Jahr 2003 war der Schaden nur halb so hoch gewesen.

Deutliche Zuwächse gibt es in Wien auch in einer anderen Deliktsparte, den strafbaren Handlungen gegen Leib und Leben - also Mord und Körperverletzung. 1670 Anzeigen bedeuten gleich 200 Fälle mehr als im Vergleichsmonat 2004, ein Anstieg um fast 14 Prozent.

Polizei und Innenministerium insgesamt zufrieden

Insgesamt ist man sowohl bei der Wiener Polizei als auch im Innenministerium zufrieden mit dem begonnenen Jahr. Denn österreichweit ging die Kriminalität zurück und die Aufklärungsquote stieg leicht an. Konkret wurden im Jänner bei den heimischen Gendarmerieposten und Polizeiwachzimmern 48.603 Anzeigen erstattet. Zwölf Monate vorher mussten die Beamten noch 51.273 Delikte aufnehmen - um über fünf Prozent mehr. Bei der Aufklärung der Verbrechen war man minimal erfolgreicher: Ein Plus von 0,6 Prozent bedeutet, dass 37,8 Prozent der Fälle geklärt wurden.

Während sich Innenministerin Liese Prokop (VP) naturgemäß freut, kommt aus Oberösterreich Kritik von SP-Chef Erich Haider (SP). Dort sank entgegen dem Bundestrend die Aufklärungsquote nämlich auf unter 50 Prozent, für Haider ein Zeichen von Personalmangel. (moe, DER STANDARD - Printausgabe, 11. Februar 2005)

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