ÖBB will Bahnfahrer durch neu gestylte Speisewagen versöhnen

23. Februar 2005, 13:09
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4,5 Millionen Euro für Modernisierung der 45 "fahrenden" Restaurants - 2006 soll Renovierung abgeschlossen sein

Wien - Mit Leder, edlen Hölzern und Teppichböden in den Speisewagen startet die ÖBB den Versuch, ihre nicht gerade verwöhnten Kunden mit sich zu versöhnen. Um möglichst kostengünstig durchzukommen und die eigenen Werkstätten auszulasten, werden die 45 alten Garnituren nun schrittweise im Werk der ÖBB Technische Services GmbH in Wien-Simmering aufgemotzt.

2006 soll die Renovierung abgeschlossen sein

Vier Speisewagen sind bis jetzt durch das Werk geschleust worden und stehen wieder auf Schienen. Bis Jahresende soll rund die Hälfte der 45 ÖBB-eigenen Speisewagen in neuem Glanz erstrahlen, für 2006 ist der Abschluss der Arbeiten geplant.

Die Kosten beziffert die ÖBB mit rund 100.000 Euro je Garnitur. Die Speisewagen-Sanierung ist Teil eines gut 200 Millionen Euro schweren Refurbishment-Programms, das auch die Erneuerung von 720 Reisezugwagen vorsieht.

Die 45 auf neu getrimmten Speisewagen der ÖBB bestehen aus zwei Gruppen mit unterschiedlicher Raumaufteilung. 35 der Wagen sind die bei den ÖBB bisher geläufigen "Ein-Raum-Restaurants", wo sich die Küche am Anfang des Wagons befindet und das Restaurant unmittelbar anschließt. Bei den zehn weiteren Wagons, die im Vorjahr von der Deutschen Bahn gekauft wurden, gibt es zusätzlich in der Wagenmitte eine Buffet-Bar, wo kleinere Snacks und Getränke ausgegeben werden. Raucher und Nichtraucher sind durch diesen Schankbereich getrennt.

Bares für Verspätung

Billig durchgekommen ist die ÖBB bis jetzt bei der teilweisen Rückerstattung des Fahrpreises aufgrund von Zugverspätungen. Seit die fixen Entschädigungsregeln mit Beginn des Winterfahrplans am 14. Dezember in Kraft getreten sind, haben nicht einmal zehn Fahrgäste pro stark verspätetem Fernzug den ihnen zustehenden Anspruch auf 20 Prozent Fahrpreisrückerstattung eingefordert. 500 Anträge seien positiv erledigt worden. Bis Ende Jänner habe man insgesamt 7000 Euro in Form von Gutscheinen refundiert, heißt es bei der ÖBB. Das sind etwa zwölf Euro je Rückforderung. Allerdings haben die Fahrgäste drei Monate Zeit, ihre Ansprüche anzumelden. Für Februar geht man wegen des Schneechaos von wesentlich mehr Rückforderungen aus. (stro, APA, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 11.2.2005)

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    Edle Materialien, leicht abwaschbare Aluwände und Teppichböden sollen den alten ÖBB-Speisewägen ein neues, ansprechenderes Flair verleihen

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