Die Barbarei der Bilder im Fernsehen

21. Februar 2005, 11:52
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Band "Wiederkehr der Barbaren", herausgegeben von STANDARD-Chefredakteur Sperl und dem Soziologen Steiner, präsentiert

Was für Zeiten, in denen Brutalität von Krieg und Terror, die wir schon in versunkenen Jahrhunderten abgehakt geglaubt haben, als TV-Bilder zu uns kommen? Die Zeiten sind barbarisch, auch weil das Tempo der Schreckensmeldungen zu wenig Raum für Reflexion lässt.

Hier setzt die Buchreihe "Was für Zeiten" (Edition Gutenberg) mit ihrem neuesten Band "Wiederkehr der Barbaren" ein, herausgegeben von STANDARD-Chefredakteur Gerfried Sperl und dem Grazer Soziologen Michael Steiner.

Bei der Präsentation in Budapest stritten zwei ungarische Publizisten heftig über den Irak und landeten bei der Bosnien-Politik der Habsburger. Es kommt auf richtig gestellte Fragen an: "Stehen die Barbaren vor den Toren?" Gewiss, schon weil es diese "Tore" gibt. Der Begriff "Barbar" ist ein Instrument der Abgrenzung. Offenbar brauchen wir die Barbaren, um uns als bessere Menschen zu fühlen - und dies dürfte das Barbarische in uns selbst sein. (kl/DER STANDARD, Printausgabe, 11.2.2005)

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