"Pferderipper" aus Oberösterreich ohne Behandlung "Zeitbombe": Ein Jahr Haft

13. Februar 2005, 23:16
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Tierquäler wurde mit heruntergelassener Hose überrascht, als er eine Stute verstümmelte - das Tier musste eingeschläfert werden

Wels - Der 25-Jährige Oberösterreicher, der im Herbst des Vorjahres eine Zuchtstute in Peuerbach im Bezirk Grieskirchen gequält und so verstümmelt hat, dass sie eingeschläfert werden musste, ist am Donnerstag in einem Prozess im Landesgericht Wels zu einem Jahr Freiheitsstrafe verurteilt worden. Richter Wolfgang Brandmair kam auf Grund des Sachverständigen-Gutachtens zu der Einschätzung, dass der junge Mann ohne Behandlung eine "Zeitbombe" sei. Deshalb verfügte er zudem eine Einweisung in eine Anstalt für abnorme Rechtsbrecher. Das Urteil ist bereits rechtskräftig.

Mit heruntergelassner Hose auf Pferd eingeschlagen

Die Anklage lautete auf Tierquälerei und schwere Sachbeschädigung. Ein zunächst Unbekannter war in den Reitstall eingedrungen und hatte mit einem spitzen Gegenstand auf die Zuchtstute "Beauty Girl" eingeschlagen. Er wurde dabei mit heruntergelassener Hose von den Besitzern überrascht und flüchtete.

Das Tier war grauenvoll zugerichtet. Es hatte zahlreiche Stichverletzungen am gesamten Körper, die Hinterläufe waren abgeschlagen, die Genitalien verstümmelt. Das Pferd musste sofort eingeschläfert werden.

Phantombild

Das in der ORF-Sendung "Oberösterreich Heute" ausgestrahlte Phantombild des mutmaßlichen Täters kam dem Stiefvater des Angeklagten bekannt vor. Er stellte den jungen Mann zur Rede, dieser legte ihm gegenüber ein Geständnis ab. Die beiden gingen zur Gendarmerie, wo er es wiederholte. Er wurde in Untersuchungshaft genommen. Vor Gericht bekannte er sich erneut schuldig.

Täter war alkoholisiert

Der Gutachter stellte fest, der Angeklagte sei zur Tatzeit zurechnungsfähig gewesen, obwohl er zuvor erhebliche Mengen Alkohol getrunken hatte. Doch es liege eine sexuelle Störung vor, die eine Behandlung erfordere. Ohne diese bestehe erhebliche Gefahr, dass er weitere derartige Taten setze. Das Urteil: Ein Jahr Gefängnis - die U-Haft wird angerechnet - und Einweisung in einer Anstalt für abnorme Rechtsbrecher. In Freiheit wird der Mann erst wieder entlassen, wenn er die Strafe abgesessen hat und geheilt ist. Er nahm das Urteil an, die Staatsanwältin erklärte Rechtsmittelverzicht, das Urteil ist somit rechtskräftig. (APA)

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