Wien: Streit um Arbeitslosenzahlen

12. Februar 2005, 18:04
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ÖVP wirft "Mogelei" vor – SPÖ über Aussagen "tief betroffen"

Wien – Wiens Wirtschaftsstadtrat Sepp Rieder (SPÖ) ist "tief betroffen". Auslöser dafür waren die Aussagen des Wiener VP-Geschäftsführers Norbert Walter im STANDARD, wonach "gemogelt" werde und die Arbeitslosenzahlen in Wien "geschönt" würden.

Rieder: Er werde dies dem VP-Spitzenkandidaten Johannes Hahn "sicher nicht schenken" und wollte wissen, ob es sich um eine "verwirrte Aussage des Landesgeschäftsführers" handle – oder ob die Wiener ÖVP "nun von der gemeinsamen Linie abweicht, arbeitslose Menschen zu schulen".

Walter konterte: "Natürlich bin ich für Schulungen – aber die SPÖ soll nicht so tun, als ob es deshalb weniger Arbeitslose gäbe. Im vergangenen Jänner wurden die Schulungen für Arbeitslose in Wien um 54,1 Prozent erhöht – gleichzeitig wird der Rückgang der Arbeitslosen bejubelt."

Rieder wiederum präsentierte gemeinsam mit Frauenstadträtin Sonja Wehsely am Donnerstag "Nova", "Frech" und "Amandas Matz", drei Programme des Wiener Arbeitnehmer Förderungsfonds (Waff), die Frauen den Wiedereinstieg ins Berufsleben, die Fortbildung und die Berufsorientierung erleichtern sollen und die nun in den Regelbetrieb des Waff übernommen und mit vier Mio. Euro dotiert wurden. "Nova" steht übrigens auch Männern offen, die in Karenz waren.

Wenig später dann der Auftritt von Stadträtin Renate Brauner (SP) und dem Spitzenkandidaten des sozialdemokratischen Wirtschaftsverbandes (SWV), Fritz Strobl, die den verdoppelten Frauenanteil bei den Kandidaten für die kommende Wirtschaftskammer-Wahl präsentierten.

Strobl forderte, dass künftig auch in jeder Sparte der Wirtschaftskammer (WK) – gemäß dem Frauenanteil bei den Unternehmern – 33 Prozent der Delegierten Frauen sein müssten. (frei, DER STANDARD – Printausgabe, 11. Februar 2005)

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