Khatami warnt den Westen

14. Februar 2005, 12:06
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Präsident: "Brennende Hölle" für Invasoren

Teheran/Genf - Vor Abschluss der Genfer Atomgespräche mit den EU-3 heute, Freitag, hat der iranische Präsident Mohammed Khatami erneut vor überzogenen Forderungen des Westens gewarnt. Sollte die EU dem legitimen Wunsch des Iran nach Zugang zu Atomtechnologie für friedliche Nutzung nicht erfüllen, werde Teheran die Gespräche mit Deutschland, Großbritannien und Frankreich (EU-3) abbrechen.

Amerikanische Kriegsdrohungen bezeichnete der Präsident indes als "psychologische Kriegsführung". Allerdings sei die Situation derzeit gefährlicher geworden. Wenn Washington weiter drohe, werde Teheran andere Seiten aufziehen, "die zum Nutzen keines Landes seien".

Vor Zehntausenden Menschen in Teheran warnte Khatami am Donnerstag, dem 26. Jahrestag der Islamischen Revolution im Iran, die USA zudem ausdrücklich vor einer Militärintervention. "Der Iran ist gegen einen Krieg, aber sollte es so weit kommen, dann würden die Menschen im Iran ihre politischen Differenzen außer Acht lassen, die islamischen Werte verteidigen und den Invasoren eine brennende Hölle bereiten."

Wenn der Iran im Besitz von Atomwaffen wäre, wäre er eine "sehr destabilisierende Kraft", sagte US-Präsident George W. Bush erst vor wenigen Tagen in Washington. Deshalb sei es wichtig für die Welt, mit einer Stimme dagegen zu argumentieren.

US-Außenministerin Condoleezza Rice äußerte sich in Brüssel nach einem Treffen mit den Nato-Außenministern ähnlich. Eine diplomatische Lösung des Atomstreits mit dem Iran sei in Reichweite, wenn Europa wie die USA eine harte Haltung einnehme und dem Land mit UN-Sanktionen drohe. (red)

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