DFB sperrte Hoyzer

12. Februar 2005, 14:35
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Skandal-Schiedsrichter soll erstes Manipulationsangebot bereits 2003 erhalten haben

Frankfurt/Main - Rund zwei Wochen nach dem Manipulationsgeständnis Robert Hoyzers hat der Deutsche Fußball-Bund (DFB) den Skandalschiedsrichter wegen grob unsportlichen Verhaltens gesperrt. Das DFB-Sportgericht verhängte die Sperre am Donnerstag mit sofortiger Wirkung. Unterdessen wurde bekannt, dass Hoyzer bereits vor mehr als einem Jahr Geld für eine Spielmanipulation geboten wurde. Er habe dieses Spiel jedoch nicht manipuliert, sagte der 25-jährige Referee.

Hoyzer hatte am Mittwoch in einer Anhörung des DFB-Sportgerichts erstmals vor Verbands-Vertretern Spielmanipulationen eingeräumt. "Angesichts der Schwere der vorgeworfenen Verfehlungen wird Robert Hoyzer mit sofortiger Wirkung im Vorgriff auf das noch durchzuführende Sportstrafverfahren im Wege der einstweiligen Verfügung gesperrt", erklärte DFB-Kommunikationsdirektor Harald Stenger.

Bei dem neu bekannten gewordenen Manipulationsangebot ging es nach übereinstimmenden Berichten von "Bild" und "Süddeutscher Zeitung" um das Regionalligaspiel Chemnitzer FC gegen Sachsen Leipzig am 29. November 2003. Noch am Dienstagabend hatte Hoyzer in der Talkshow Johannes B. Kerner erklärt, dass er erst vor rund einem dreiviertel Jahr mit Spiel-Manipulationen begonnen habe.

Die "Süddeutsche Zeitung" berichtete unter Berufung auf einen nicht näher genannten Zeugen, dass der Schiedsrichter bereits vor seiner Zusammenarbeit mit den Berliner Brüdern Ante, Milan und Filip S. das Spiel Chemnitz - Leipzig verschoben haben könnte. Das Spiel endete 1:1. Hoyzer habe kurz vor Schluss bei Leipziger Führung Chemnitz einen Freistoß geben müssen, was zum Ausgleich geführt habe.

Anwalt Thomas Hermes, der laut dem Bericht zunächst nichts von dem Vorfall wusste, erklärte nach Rücksprache mit Hoyzer, dieser habe offenkundig das Angebot bekommen, das Spiel zu verpfeifen: 3.500 Euro für einen Sieg von Leipzig, 5.000 Euro, wenn er einen Elfmeter geben werde. Bei Remis hätte es nichts gegeben. Trotzdem seien auf Hoyzers Konto 500 Euro wegen des Spielausgangs eingegangen.

Der "Bild"-Zeitung sagte Hoyzer: "Dieses Spiel stand nicht im Zusammenhang mit der Wettmafia. Ich habe das Angebot nicht angenommen - keinen Einfluss auf das Spiel ausgeübt."

Unterdessen gibt es offenbar eine weitere Strafanzeige im Zusammenhang mit dem von Hoyzer verschobenen Pokalspiel SC Paderborn gegen Hamburger SV. Die "Süddeutsche" berichtet, das Frankfurter Wettbüro Mega-Bet habe zwei Kroaten wegen des Verdachts des bandenmäßigen Betruges angezeigt. Die beiden Verdächtigen hätten mit einem Einsatz von 2.700 Euro bei einer Kombi-Wette 27.000 Euro gewonnen. Die beiden hätten auch auf das Spiel Kickers Offenbach gegen LR Ahlen gesetzt. Die Berliner Staatsanwaltschaft lehnte eine Stellungnahme ab. (APA/AP)

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