Konkurrenz aus China bringt Alcatel und Co. unter Zugzwang

21. Februar 2005, 13:10
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Westliche Telekomausrüster müssen billiger anbieten

Westliche Telekom-Ausrüster wie Alcatel kommen durch die Konkurrenz aus China zunehmend unter Druck. Mit günstigen Preisen machen Firmen wie Huawei Technologies ihren Konkurrenten aus Europa und den USA Kunden abspenstig. Die Anbieter aus dem Westen müssen ihrerseits darauf reagieren: "Sie zwingen uns, billiger anzubieten", erklärte Philippe Germond, Chief Operating Officer bei Alcatel, gegenüber dem Wall Street Journal. Vielfach setzen Telekom-Provider die chinesische Preiskeule nur deshalb ein, um von westlichen Anbietern günstigere Konditionen zu erhalten.

Nunmehr beschäftigen die Franzosen 6.000 Leute in China

Mit der nunmehrigen Entwicklung kehrt sich die Geschichte gleichsam um. Die französische Alcatel hatte als eine der ersten ihren Fuß nach China gesetzt und ein Joint Venture mit einem einheimischen Partner gegründet, das später komplett übernommen wurde. Nunmehr beschäftigen die Franzosen 6.000 Leute in China, zehn Prozent des weltweiten Personals. Gleichzeitig haben chinesische Anbieter wie Huawei ihre Segel Richtung Westen gesetzt und sind seit geraumer Zeit erfolgreich nicht nur auf asiatischen Märkten, sondern auch in Europa, Afrika und Lateinamerika unterwegs.

Ausgestochen

Huawei hat etwa erst kürzlich den US-Konzern Motorola und den schwedischen Konzern Ericsson bei einem Millionen schweren Auftrag aus Thailand ausgestochen. Darüber hinaus haben die Chinesen den ersten Schritt auf die europäische 3G-Bühne gesetzt und werden für den niederländischen Provider Telfort ein UMTS-Netzwerk errichten. Schließlich war Huawei auch bei Kunden in Deutschland, Spanien, Schweden und Frankreich erfolgreich.

"Getöse"

Alcatel spielt die Erfolge seiner Konkurrenten aus dem Reich der Mitte herunter: "Es gibt jetzt einen ziemlichen Hype um chinesische Anbieter, nur weil sie erst seit ein paar Jahren da sind. Und immer, wenn sie einen Deal gewonnen haben, gibt es ein ziemliches Getöse", erklärte Germond. Nach Marktanteilen gerechnet seien die Chinesen in Europa noch immer unbedeutend und in den USA praktisch nicht vorhanden. "Ein wesentlicher Unterschied ist der Service-Level und das Know-how bezüglich Produkt-Integration, das wir unseren Kunden bieten können. Wenn die Chinesen da mithalten wollen, müssen sie weltweit Ingenieure und Techniker rekrutieren und sind dann gezwungen, ihre Preise zu erhöhen." (pte)

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