Hewlett-Packard sucht nach Abgang von Fiorina geeigneten Nachfolger

1. März 2005, 09:03
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Bisher wird vor allem Michael D. Capellas, der ehemalige Chef von Compaq als Kandidat für den Chefsessel bei HP genannt

Der US-Computerriese Hewlett-Packard (HP) steht nach dem Abgang der umstrittenen Konzernchefin Carly Fiorina vor der schwierigen Aufgabe, einen geeigneten Nachfolger für die 50-Jährige zu finden. Die Suche ist sofort angelaufen. Es wird allerdings keine leichte Aufgabe sein, eine geeignete Führungskraft für den Riesenkonzern mit einem Umsatz von fast 80 Mrd. Dollar (62,6 Mrd. Euro) und rund 150.000 Mitarbeitern zu finden. Dieser soll vor allem höhere Gewinne erwirtschaften, als dies Fiorina je geschafft hatte.

Ihr wird der Abgang allerdings mit 21,1 Mio. Dollar versüßt

Die Powerfrau musste nach mehrjährigen Auseinandersetzungen auf Druck des Verwaltungsrates den Hut nehmen, weil sie sich - so der Vorwurf - nicht genug um die Tagesgeschäfte gekümmert hatte. Ihr wird der Abgang allerdings mit 21,1 Mio. Dollar versüßt. Fiorina hatte als bekannteste US-Spitzenmanagerin an der Spitze des weltgrößten Drucker- und Computerherstellers Kultstatus erlangt. Die "New York Times" bezeichnete sie am Donnerstag als "Rockstar der Computerwelt". Ihr werden auch politische Ambitionen nachgesagt.

Chefsessel

Bisher wird vor allem Michael D. Capellas, der ehemalige Chef des PC-Herstellers Compaq, als Kandidat für den Chefsessel bei HP genannt. Er war sechs Monate lang HP-Präsident und damit zweiter Mann unter Fiorina gewesen und kennt das Unternehmen in- und auswendig. Capellas hatte die Übernahme von Compaq durch HP im Jahr 2002 für 19 Mrd. Dollar mit Fiorina ausgehandelt.

Chef der großen US-Telefongesellschaft MCI

Capellas ist jetzt Chef der großen US-Telefongesellschaft MCI, früher WorldCom. Er hatte WorldCom nach dem größten US-Bilanzbetrugsskandal saniert aus dem Insolvenzverfahren geführt. Capellas verhandelt zur Zeit nach unbestätigten Berichten mit der Telefongesellschaft Verizon über einen Verkauf von MCI für 6,3 Mrd. Dollar. Als andere mögliche Kandidaten werden unter anderem auch Dell-Chef Kevin Rollins, Motorola-Boss Ed Zander oder Xerox-Chefin Anne Mulcahy von "MarketWatch" genannt.

HP hatte kürzlich dem Firmen-Veteranen und Chef der hochprofitablen Drucker- und Imaging-Sparte, Vyomesh Joshi, die Leitung des jetzt zusammengeschlossenen Drucker- und PC-Geschäfts übertragen. Er könnte ein möglicher Firmeninsider für die Führungsposition sein. Allerdings setzt HP laut Dunn auf Kandidaten von Außen. Einen HP-Insider schloss sie jedoch nicht aus.(APA/dpa)

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