Pianist Lazar Berman 74-jährig gestorben

14. Februar 2005, 21:17
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Der gebürtige Petersburger war vor allem durch seine Liszt- und Beethoven-Interpretationen bekannt

Florenz - Der Pianist Lazar Berman, international bekannt vor allem durch seine Liszt- und Beethoven-Interpretationen, ist tot. Der in Petersburg Geborene, der seit den 1990er Jahren in Italien lebte, starb am 6. Februar im Alter von 74 Jahren in Florenz. Berman, der sich auch der Nachwuchsförderung widmete, war in den vergangenen Jahren Gastdozent an der Musikhochschule "Franz Liszt" Weimar. Der Rektor der Hochschule, Rolf-Dieter Arens, bezeichnete ihn als "einen der bedeutendsten Pianisten des 20. Jahrhunderts."

Bereits als Siebenjähriger gab Berman sein Debüt als Pianist im Bolschoi-Theater in Moskau. Ab 1939 besuchte er das Moskauer Konservatorium. In den 60er und 70er Jahren wurde er als Interpret der Werke Liszts, Beethovens und der russischen Komponisten gefeiert. Seine Einspielung von Tschaikowskys b-Moll-Klavierkonzert unter Herbert von Karajan machte ihn auch in Westeuropa und den USA bekannt.

Nach Konflikten mit den damaligen sowjetischen Behörden und dem mehrfachen Entzug einer Reiserlaubnis übersiedelte Berman 1990 nach Italien, wo er am Musikinstitut in Imola lehrte. Vier Jahre später wurde er italienischer Staatsbürger. Von 1995 bis 2000 war Berman Gastprofessor in Weimar und danach Dozent der Weimarer Meisterkurse. Auch in diesem Sommer wollte er als Gastprofessor seine Erfahrungen an den Nachwuchs in der Klassikerstadt weitergeben. "Weimar war für ihn eine zweite Heimat", sagte Hochschul-Direktor Arens. "Die Hochschule verliert einen großer Musiker." (APA/dpa)

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    Lazar Berman, 1978

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