Deutschland: Neonazis wegen Folterung und Vergewaltigung vor Gericht

11. Februar 2005, 15:49
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Opfer überlebte nur durch Notoperation die stundenlangen Misshandlungen der drei Männer und zwei Frauen

Frankfurt/Oder - Fünf Neonazis müssen sich wegen Folterung und Vergewaltigung eines 23-jährigen Mannes vor dem Landgericht Frankfurt verantworten. Die drei Männer und zwei Frauen hatten ihr Opfer auf der Straße überfallen und in eine Wohnung verschleppt. Dort sollen sie den Mann derart misshandelt haben, dass er ohne schnelle ärztliche Hilfe und eine Operation verstorben wäre.

Als Motiv für die Tat nennt die Staatsanwaltschaft die "menschenverachtende rechtsextremistische Einstellung" der Angeklagten. Einer von ihnen soll das Opfer als "nicht arisch" und deshalb als "nichts wert" beschimpft haben.

Stundenlang gequält

Die drei angeklagten Männer sollen ihr Opfer auf über zweieinhalb Stunden lang gequält haben. Der Anklage zufolge traktierten sie ihn mit einem Bügeleisen, drückten glühende Zigaretten auf seinem Körper aus und zwangen ihn, Vogelkot und Spülmittel zu essen.

Zudem sollen sie dem Mann mehrmals vergewaltigt haben. Die Ärzte stellten Rippenbrüche, Verbrennungen und einen Darmdurchbruch fest, wie ein Justizsprecher erklärte. "Ohne ärztliche Hilfe wäre er mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit an Verblutung und einer Vergiftung verstorben", sagte er. Den beiden 20 und 25 Jahre alten Frauen wird Beihilfe vorgeworfen. Sie hätten die Täter mit Beifallskundgebungen und Gelächter unterstützt. (APA)

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