Screener-Piraterie vor Oscars höher als im Vorjahr

24. Februar 2005, 19:35
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Alle fünf "Best Picture"-Nominierungen im Internet erhältlich

Die Verbreitung von illegalen Kopien von Screenern vor der Oscar-Verleihung am 27. Februar hat im Vergleich zum Vorjahr signifikant zugenommen. Wie die Los Angeles Times heute, Donnerstag, berichtet, sind alle fünf in der Kategorie "Best Picture" nominierten Filme zum Download im Internet verfügbar. Als Screener werden die Filme bezeichnet, die von den Hollywood-Studios als DVD an die Mitglieder der Academy of Motion Picture Arts and Sciences verschickt werden. Wie sich am Beispiel von Carmine Caridi gezeigt hat, geben einige der ehrenwerten Mitglieder der Oscar-Jury die Filme illegal weiter.

Das FBI ermittelt bereits in mehreren Fällen

Trotz der massiven Kampagne gegen die Screener-Piraterie vor der Oscar-Verleihung im Vorjahr sei das Problem in diesem Jahr größer geworden, so die LA Times. Das FBI ermittelt bereits in mehreren Fällen. Betroffen sind unter anderem illegale Kopien der Screener von "Million Dollar Baby" von Warner Bros und der Sony Pictures-Filme "Spanglish" und "Closer". Screener-Piraterie macht nur einen geringen Anteil an der gesamten Online-Filmpiraterie aus. Sie ist aber Hollywood aufgrund der hohen Qualität der Kopien ein Dorn im Auge. Die meisten im Internet angebotenen Filme seien heimlich in Kinos gefilmte Aufnahmen. Die Screener-Kopien weisen eine wesentlich höhere Qualität auf und dienen laut LA Times auch als Quelle für den illegalen Straßenverkauf von DVDs.

Schuld: die Studios selbst

Grund für die Zunahme des Problems seien vor allem die Studios selbst, so die LA Times. Sie haben sich bisher nicht auf ein einheitliches Vorgehen einigen können. So sei auf die Verpflichtungserklärungen an die Jury-Mitglieder, ihre Screener keinem anderen zur Verfügung zu stellen, von einigen Studios verzichtet worden, weil sich zahlreiche Mitglieder weigerten sie zu unterschreiben. Auch auf ein einheitliches technisches Verfahren konnten sich die Studios nicht einigen. So wurden die Screener nicht mit einem digitalen Wasserzeichen versehen. Dadurch hätten zwar Kopien nicht verhindert werden können, das Aufspüren der "unehrenhaften" Juroren wäre aber wesentlich vereinfacht worden. (pte)

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