Neonazis wegen Folterung vor Gericht

11. Februar 2005, 17:48
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Fünf Angeklagte sollen Mann so misshandelt haben, dass er ohne Notoperation gestorben wäre

Frankfurt/Oder - Fünf Neonazis müssen sich seit Donnerstag wegen der Folterung und Vergewaltigung eines 23-jährigen Mannes vor dem Landgericht Frankfurt an der Oder (ostdeutsches Bundesland Brandenburg) verantworten. Die drei Männer und zwei Frauen hatten ihr Opfer auf der Straße überfallen und in eine Wohnung verschleppt, wie es in der Anklage hieß. Dort sollen sie den Mann derart misshandelt haben, dass er ohne schnelle ärztliche Hilfe und eine Operation verstorben wäre.

Als Motiv für die Tat nennt die Staatsanwaltschaft die "auf tiefster Stufe stehende menschenverachtende dumpfe rechtsextremistische Einstellung" der Angeklagten. Einer von ihnen soll das Opfer als "nicht arisch" und deshalb als "nichts wert" beschimpft haben.

Die drei angeklagten Männer zwischen 29 und 21 Jahren sollen ihr Opfer am 5. Juni 2004 auf brutalste Weise über zweieinhalb Stunden lang gequält haben. Der Anklage zufolge traktierten sie ihn mit einem Bügeleisen, drückten glühende Zigaretten auf seinem Körper aus und zwangen ihn, Vogelkot zu essen sowie Spülmittel zu trinken.

Zudem sollen sie dem Mann auf bestialische Weise mit einem Besenstiel und anderen Gegenständen vergewaltigt haben. Die Ärzte stellten Rippenbrüche, Verbrennungen und einen Darmdurchbruch fest, wie ein Justizsprecher erklärte. "Ohne ärztliche Hilfe wäre er mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit an Verblutung und einer Vergiftung verstorben", sagte er. Den beiden 20 und 25 Jahre alten Frauen wird Beihilfe vorgeworfen. Sie hätten den Haupttäter mit Beifallskundgebungen und Gelächter unterstützt. (APA/AP)

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