Unregelmäßigkeiten bei Wahlen bemängelt

12. Februar 2005, 15:24
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Christen fordern Wiederholung der Wahl - Bereits über 100 Beschwerden

Bagdad - Vertreter der christlichen Bevölkerungsgruppe im Irak haben Unregelmäßigkeiten bei der Wahl bemängelt und Neuwahlen in ihren Hochburgen gefordert. Der Vorsitzende der chaldäisch-assyrischen Vereinigung im Irak, Yonadam Kanna, sprach am Donnerstag von inakzeptable Unregelmäßigkeiten in der nordirakischen Provinz Ninive. Viele Christen, die mehrheitlich in Ninive lebten, hätten gar nicht zur Wahl gehen können.

Seitdem Iraks drittgrößte Stadt Mossul (Mosul) eine Hochburg des Aufstands geworden sei, habe sich die Situation in der gesamten Region verändert. Viele Wahllokale seien gar nicht erst geöffnet worden oder es sei dort zu erheblichen Manipulationen gekommen, sagte Kanna. Er forderte deshalb eine Wahlwiederholung in der Nordprovinz unter verstärkter Aufsicht der Wahlkommission.

Bereits über 100 Beschwerden

Laut Statut haben Parteien und akkreditierte Wahlbeobachter nach Veröffentlichung des Wahlergebnisses drei Tage lang Zeit, Beschwerden bei der Wahlkommission einzureichen. Über 100 Beschwerden liegen der Kommission schon jetzt vor. Das Endergebnis wird in den kommenden Tagen erwartet.

Bei den Parlaments- und Regionalwahlen am 30. Jänner waren die Christen des Irak mit einer Liste angetreten, die insgesamt acht Parteien und Gruppierungen vereint. Yonadam Kanna schätzt, dass es im Irak derzeit noch rund 400.000 chaldäisch-assyrische Christen gibt. (APA/dpa)

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