Wirtschaftskammer forciert Telearbeit in Klein- und Mittelbetrieben

17. Februar 2005, 12:10
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18 Prozent der österreichischen Arbeitnehmer haben in irgendeiner Form mit Telearbeit zu tun - Bei KMU noch äußerst ungewöhnlich

Die Wirtschaftskammer (WKÖ) will die Telearbeit in Österreichs Klein- und Mittelbetrieben (KMU) forcieren. 18 Prozent der österreichischen Arbeitnehmer - inklusive Außendienstmitarbeiter - hätten derzeit in irgendeiner Form etwas mit Telearbeit zu tun, mehr als 80 Prozent davon allerdings in Großunternehmen, berichtete der Obmann des Fachverbandes Unternehmensberatung und Informationstechnologie, Friedrich Bock, am Donnerstag am Rande eines Pressegesprächs. In den KMU sei Telearbeit hingegen - mit Ausnahme von freischaffenden Journalisten - noch "äußerst ungewöhnlich".

"Das wäre ein gigantischer Erfolg."

Wenn der Anteil der Telearbeiter in Klein- und Mittelbetrieben, die 95 Prozent aller österreichischen Betriebe stellen, in zwei bis drei Jahren von derzeit 3 auf knapp 10 Prozent steigen würde, könnten 20.000 der insgesamt 250.000 österreichischen KMU rund 40.000 Arbeitsplätze sichern - wenn man von zwei Telearbeitern pro Betrieb ausgehe, rechnete Bock vor: "Das wäre ein gigantischer Erfolg."

Modell

Die WKÖ hat unter Mitarbeit von 10 Unternehmensberatern ein KMU-orientiertes Beratungsmodell erstellt, das in 20 burgenländischen Betrieben auf organisatorische, rechtliche, technische und soziale Fragen erprobt wurde. Sechs Betriebe davon haben bereits Telearbeitsplätze implementiert, berichtete Bock. Telearbeit könne in KMU zur besseren Vereinbarkeit von Familie und Beruf führen und zu mehr Effizienz führen, etwa wenn eine Mutter in Karenz von zu Hause aus arbeiten könne und das Unternehmen nicht eine neue Arbeitskraft einlernen müsse, erläuterte Bock. (APA)

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