Kein Land weltweit ist stärker militarisiert

11. Februar 2005, 16:10
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Zum Überleben von China und Hilfsprogrammen abhängig

Tokio - Kaum ein Land der Welt hat sich in den vergangenen Jahren so stark isoliert wie Nordkorea, die Koreanische Demokratische Volksrepublik (KDVR). Seit dem Zerfall der Sowjetunion ist das auf dem Weltmarkt kaum vertretene und industriell wenig entwickelte Land zum Überleben weitgehend auf den Nachbarn China und auf große internationale Hilfsprogramme angewiesen. Die schwere Versorgungskrise wurde seit Mitte der 1990er Jahre noch von mehreren Missernten mit folgenden Hungersnöten verschärft.

Gemessen an der bevölkerung am stärksten militarisiert

Nordkorea ist gemessen an seiner Bevölkerung der am stärksten militarisierte Staat der Welt. Von den knapp 22,5 Millionen Einwohnern gehören 1,14 Millionen zur aktiven Armee, weitere 7,45 Millionen haben Reservistenstatus. Südkorea hat 650.000 Soldaten und drei Millionen Reservisten. Zusätzlich sind 37.000 US-Soldaten im Süden der geteilten Halbinsel.

Nordkorea ist seit 1948 "Demokratische Volksrepublik". Jegliche Opposition wird von dem Regime unterdrückt. Chef der herrschenden kommunistischen Partei der Arbeit ist seit 1994 Kim Jong Il, der Titel des "ewigen" Staatspräsidenten bleibt seinem verstorbenen Vater Kim Il Sung vorbehalten. Nordkorea und das hoch industrialisierte Südkorea, die seit dem Ende der japanischen Okkupation Ende des Zweiten Weltkriegs geteilt sind, haben in den vergangenen Jahren einen vorsichtigen Annäherungsprozess begonnen. Im Juni 2000 besuchte der südkoreanische Präsident Kim Dae Jung den Norden. Das in der Amtszeit des früheren US-Präsidenten Bill Clinton auf Annäherung gerichtete Verhältnis zu den USA hat sich seit dem Amtsantritt von George W. Bush vor allem wegen des nordkoreanischen Nuklearprogramms verschlechtert.

Die knapp 22,5 Millionen Einwohner Nordkoreas leben auf einer Fläche von 122 762 Quadratkilometern. Die Hauptstadt ist Pjöngjang mit 2,7 Millionen Einwohnern. Das Land verfügt über Rohstoffe wie Kohle, Zink, Kalkstein, Magnesium, Eisen und Kupfer.

Koreakrieg forderte 4,5 Millionen Tote

Am 25. Juni 1950 überschritten nordkoreanische Truppen die Demarkationslinie auf der koreanischen Halbinsel. Damit begann ein Krieg, der 4,5 Millionen Tote forderte und erst nach drei Jahren durch einen bis heute gültigen Waffenstillstand beendet werden konnte. Die Sowjetunion boykottierte damals aus anderen Gründen den Weltsicherheitsrat. So war kein Vertreter Moskaus zugegen und konnte sein Veto einlegen, als das Gremium beschloss, Südkorea mit UNO-Truppen zu Hilfe zu kommen. Der Weltsicherheitsrat beschloss auf Betreiben der USA die Aufstellung einer UNO-Streitmacht; das weitaus stärkste Truppenkontingent stellten die USA. China unterstützte Nordkorea mit einer großen "Freiwilligen"-Armee. Das Waffenstillstandsabkommen von 1953 wurde von einem US-General im Namen der UNO unterzeichnet. (APA/Reuters)

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