SJÖ zu Schutzzonen: "Richtungsweisende Entscheidung"

10. Februar 2005, 13:04
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Pro-Life-Psychoterror müsse in ganz Österreich ein Ende haben

Wien - Erfreut darüber, dass in Wien seitens der Stadtregierung Maßnahmen gegen radikale AbtreibungsgegnerInnen veranlasst werden, zeigte sich die Frauensprecherin der Sozialistischen Jugend Österreich (SJÖ) Stefanie Vasold am Donnerstag: "Gratulation an Stadträtin Wehsely. Diese Entscheidung wird richtungsweisend für ganz Österreich sein. Ich vermisse aber entsprechende Initiativen auf Bundesebene." Neben der Ausweitung der Schutzzonen auf Bundesebene forderte Vasold in einer Aussendung, dass auch die faktische Möglichkeit des Schwangerschaftsabbruchs in allen Bundesländern durchgesetzt werden müsse. Zusätzlich müsse die Fristenregelung endgültig aus dem Strafgesetzbuch herausgenommen werden: "Das Recht auf Selbstbestimmung über den weiblichen Körper beinhaltet auch das Recht von Frauen, einen Schwangerschaftsabbruch vornehmen lassen zu können. Die Ereignisse in Salzburg und Wien zeigen, dass wir noch weit davon entfernt sind, dass Frauen das ohne Hürden tun können. Könnten Männer schwanger werden, so hätte sich diese Debatte wahrscheinlich schon vor weit mehr als 30 Jahren erübrigt."

"Kein Interesse, etwas zu verändern"

Für Ludwig Dvorak, den Vorsitzenden der SJÖ, sind "die Ausreden der Justizministerin nur Ausdruck des Unwillens der Bundesregierung, sich hier eindeutig auf die Seite der Frauen zu stellen": "Der Bundeskanzler hat 2002 auf dem Weltkongress von Pro Life in Wien seine ausdrückliche Unterstützung der Ziele der AbtreibungsgegnerInnen zum Ausdruck gebracht. FPÖ-Bundesrat Gudenus vergleicht den Schwangerschaftsabbruch wiederholt mit dem Holocaust. Zu guter letzt bringt es die Salzburger ÖVP-Landesrätin Eberle im Interview mit dieStandard.at nicht übers Herz, sich von solchen Vergleichen unmissverständlich zu distanzieren. Das legt den Schluss nahe, dass diese Bundesregierung in keiner Weise daran interessiert ist, hier etwas im Interesse der betroffenen Frauen zu unternehmen." (red)

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