Westafrikanische Gemeinschaft stellt Ultimatum

11. Februar 2005, 20:32
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Demokratische Wahlen in 60 Tagen gefordert - Togo zunehmend isoliert

Lomé/Nairobi - Nach der umstrittenen Machtwechsel von Vater zu Sohn in Togo wird das kleine westafrikanische Land zunehmend isoliert. Nach der Afrikanischen Union drohte jetzt auch die Westafrikanische Gemeinschaft (ECOWAS) mit Sanktionen, falls nicht innerhalb von 60 Tagen Neuwahlen organisiert werden sollten. "Unser Kontinent duldet keine Staatsstreiche mehr", sagte der ECOWAS- Vorsitzende Mohammed Ibn Chambas am Mittwochabend in Niger.

Unterdessen hat die Organisation der Frankophonie aus Protest Togos Mitgliedschaft eingefroren. Die Frankophonie verurteile "den Staatsstreich der togolesischen Streitkräfte und die wiederholte Verletzung der geltenden Verfassung", teilte der Ständige Rat der Organisation in Paris mit. Der Organisation gehören 55 Staaten an, in denen Französisch gesprochen wird.

Demokratische Wahlen "so bald wie möglich"

Der neue togolesische Präsident Faure Gnassingbé hatte in seiner ersten Rede an die Nation am Mittwoch demokratische Parlamentswahlen "so bald wie möglich" versprochen. Von einer Präsidentschaftswahl, wie ursprünglich in der Verfassung vorgesehen, war jedoch nicht die Rede.

Der dienstältesten Staatschef Afrikas, Gnassingbé Eyadéma, war am 5. Februar gestorben. Aus Protest gegen die Umstände des Machtwechsels blieben am Dienstag und Mittwoch zahlreiche Geschäfte in der Hauptstadt Lomé geschlossen. (APA/dpa)

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