Donau-Uni Krems: Neuer Rektor Kramer will Forschung vorantreiben

12. Februar 2005, 15:17
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13 ständige Professuren werden ausgeschrieben - Krems soll durch Intensivierung der Beziehungen zu den neuen EU-Staaten zum "Kompetenzzentrum" für den Donauraum werden

Krems - Seinen ersten öffentlichen Auftritt als neuer Rektor der Donau-Universität Krems (DUK) absolvierte am Donnerstag der ehemalige WIFO-Chef Helmut Kramer. Als zentrale Ziele für die kommenden Monate und Jahre nannte er die Intensivierung der Beziehungen zu den neuen EU-Staaten und den Kandidatenländern sowie der Ausschreibung von 13 ständigen Professuren. Damit soll vor allem die Forschung im Haus vorangetrieben werden.

Kompetenzzentrum

Seit Anfang Februar ist das dreiköpfige Rektorat, mit Kramer an der Spitze, im Amt: "Es ist ein erster Schritt zu einer normalen Universitätsstruktur." In den kommenden vier Jahren seiner Amtszeit will Kramer die Donau-Uni zu einem Kompetenzzentrum ausbauen, das primär in den Donauraum ausstrahlen soll.

Florieren und expandieren

Von den Möglichkeiten am Standort Krems zeigte sich der neue Rektor durchaus angetan: "Wir haben ein Haus übernommen, das floriert und kräftig expandiert. Es ist schon ein beachtliches Institut." 1994 gegründet, hat die DUK im Oktober 1995 mit drei Lehrgängen und 93 Studierenden ihren Betrieb aufgenommen. Im Wintersemester 2004/05 ist diese Zahl auf bereits 3.107 angewachsen. Die Studenten kommen aus 43 Ländern und sind im Durchschnitt 39,3 Jahre alt.

Drückende Raumnot

Das enorme Wachstum hat in den vergangenen Jahren zu einem zunehmenden Platzmangel geführt. "Die Raumnot ist ziemlich drückend", bestätigte auch Kramer. Doch ab Herbst 2005 wird der Campus Krems dieses Problem lösen. Derzeit ist der ehemalige Sitz der Tabakwerke, in dem die Universität untergebracht ist, von einer riesigen Baustelle umgeben. 53,8 Mio. Euro fließen in die Erweiterungsbauten aus jeder Menge Glas, Aluminium und Stahl. Nach der Fertigstellung ist dann Platz für 4.000 Studierende und 450 Mitarbeiter.

Mehr Sponsoren

"Wir fühlen uns als Universität und als Unternehmen", betonte Kramer. Dass man nicht "die amtlichen Strukturen einer staatlichen Universität" habe, sei auch ein Vorteil: "Wir sind dadurch flexibler." 78 Prozent des Gesamtbudgets wurden mit Eigenmittel finanziert, die Kontakte zu Sponsoren sollen weiter vertieft werden.

Kundenorientierung

Das Rektoren-Trio kündigte eine "extrem effiziente Organisation", eine "sehr kundenorientierte" Ausbildung sowie die Förderung von unternehmerischem Denken an. Kramer: "Ein Hauptgrund, meine Position im WIFO aufzugeben, war die hohe Motivation der Mitarbeiter in Krems. Das hat mich beeindruckt." Den anwesenden Journalisten versprach er, schon in einem Jahr "ganz konkrete Ergebnisse" seiner Arbeit präsentieren zu können. (APA)

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