Jimmy Smith 1926-2005

16. Februar 2005, 18:01
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Der Pionier der Jazzorgel und des Hammond-Sounds starb 79-jährig

Los Angeles - Wenn Formationen wie "Medeski, Martin & Wood" die Orgel aktuell in den Jazzkontext stellen, ist man nicht sonderlich erstaunt. Das opulente Instrument hat mittlerweile einen sicheren Platz in jenem in den Soul und Rhythm & Blues kippenden Jazzbereich - und das hat mit Jimmy Smith zu tun.

Er war zwar nicht der Erste, der das Instrument zum Einsatz brachte. Ihm ist allerdings die Erkenntnis zu verdanken, dass man aus der Orgel durch intensive Hand- und Fußarbeit (für die Basslinien) eine ganze Menge Bebop-Dampf produzieren und der Hammondorgel gleichsam das Flair einer Band (abseits der reinen Akkordarbeit) verleihen kann. Wegen Smith, 1926 in in Norristown geboren, musste schließlich die Zeitschrift Down Beat 1964 die Rubrik "organ" einführen.

Später entwickelte Smith, der sich auf Saxofonist Charlie Parker und Pianist Art Tatum als Vorbilder berief, seine Form des gut funktionierenden Mainstream, in dem auf bekömmliche, aber intensive Art auch afroamerikanische Traditionen abseits des Jazz (Gospel, Blues, Soul) eine Rolle spielten.

Als fröhlicher Klassiker des Genres lud er sich zuletzt für CD-Aufnahmen junge Gäste wie Trompeter Roy Hargrove und Gitarrist Mark Whitefield ein und zeigte, dass die Jahrzehnte an ihm - was seine musikalische Wachheit anbelangt - spurlos vorübergegangen waren. Jimmy Smith ist am Mittwoch 79-jährig gestorben - sein Manager Bob Clayton fand ihn tot vor dem Fernseher. (tos / DER STANDARD, Print-Ausgabe, 11.2.2005)

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    Jimmy Smith 1993 in seinem Studio in Sacramento

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