Das Kyoto-Protokoll

10. Februar 2005, 11:38
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Kyoto/Hamburg/Wien - Die Industriestaaten haben sich 1997 auf der UN- Klimakonferenz im japanischen Kyoto in einem Protokoll zur Reduzierung von sechs Treibhausgasen verpflichtet. Danach soll ihr Ausstoß bis 2012 um mindestens 5,2 Prozent im Vergleich zu 1990 gesenkt werden. Das Kyoto-Protokoll gilt als erster Schritt, um den menschengemachten Treibhauseffekt zu bremsen.

Es tritt am 16. Februar 2005, 90 Tage nach dem offiziellen Beitritt Russlands, formell in Kraft. Mehr als 130 Staaten haben sich verpflichtet, das Vertragswerk umzusetzen. Die USA, Australien, Kroatien und das Fürstentum Monaco sind nicht dabei.

Grundlage

Grundlage des Kyoto-Protokolls ist die Klimaschutzkonvention des Erdgipfels von Rio de Janeiro. Darin hatte die Staatengemeinschaft 1992 unter anderem vereinbart, den Ausstoß der Treibhausgase so zu begrenzen, dass "sich die Ökosysteme auf natürliche Weise den Klimaänderungen anpassen können" und "die Nahrungsmittelerzeugung nicht bedroht wird".

Kohlendioxid wird für rund die Hälfte des Treibhauseffekts verantwortlich gemacht. Zu den im Kyoto-Protokoll aufgeführten Treibhausgasen zählen zudem Methan, Lachgas, perfluorierte und teilhalogenisierte Kohlenwasserstoffe sowie Schwefelhexafluorid.

Ein konkretes Regelwerk zum Kyoto-Protokoll wurde 2001 in Bonn und Marrakesch (Marokko) vereinbart, nachdem die USA den Verhandlungen den Rücken gekehrt hatten. Zur Erfüllung ihrer Klimaschutzziele dürfen die Industrieländer auch mit Emissionsrechten handeln, Projekte zur umweltfreundlichen Entwicklung in ärmeren Ländern finanzieren oder Projekte in anderen Industrieländern fördern wie etwa energieeffizientere Kraftwerke in Ländern Osteuropas. Zudem dürfen Wälder und Böden in bestimmten Grenzen als Klimaschutzbeitrag einberechnet werden, da sie Kohlenstoff speichern.

Umweltorganisationen und Wissenschafter kritisieren die exzessive Ausnutzung dieser "flexiblen Mechanismen" des Kyoto-Protokolls allerdings als weitgehend bloß rechentechnische Emissions-"Reduktionen" und als potenzielle "Schlupflöcher". (APA/dpa)

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