SK Sturm Graz - SV Ried 3:2 - Meister musste zittern

30. Juni 2000, 20:02

Vastic traf im Doppelpack

Graz - Meister Sturm Graz eröffnete am Freitag mit einem planmäßigen, wenn auch mühevollen 3:2 (1:1)-Heimsieg über den SV Ried die 26. Runde der max.Bundesliga. Durch zwei Vastic-Treffer und ein Tor von Reinmayr schlossen die Grazer bei Gegentoren durch Glasner und Brunmayr in der Tabelle punktemäßig zu Rapid (am Samstag beim LASK) auf, der Vorsprung von Leader Tirol (am Sonntag bei der Austria) auf die seit zehn Bundesliga-Spielen ungeschlagene Elf von Ivica Osim schmolz auf einen Zähler.

Die letzte Niederlage haben die Steirer am 16. Oktober mit 0:2 bei Ried bezogen. Die Oberösterreicher warten somit im Frühjahr weiterhin auf den ersten vollen Erfolg und bleiben in der Tabelle auf Platz sechs.

Anfangs überlegene Grazer

Die Heimischen begannen vor 9.900 Besuchern ambitioniert, setzten sich sofort in der Rieder Hälfte fest und ließen Ball und Gegner laufen. So dauerte es nur bis zur 15. Minute, ehe Kapitän Vastic mit seinem 20. Saisontreffer per Foulelfmeter die Führung sicherstellte. Der ÖFB-Teamspieler selbst war vom schlecht postierten bosnischen Nationalverteidiger Hujdurovic ungestüm durch Ziehen zu Fall gebracht worden. Der Gefoulte selbst ließ mit einem wuchtigen Schuss ins linke Eck Ried-Schlussmann Oraze keine Chance.

Zum Leidwesen von Osim förderte die rasche Führung jedoch den Schlendrian in den Reihen seiner Mannschaft. Den ersten Warnschuss durch Anicic (23.), den Schicklgruber mit einer Faustabwehr entschärfte, ignorierten Sturm, zehn Minuten später nutzten die Gäste schließlich die immer größer werdenden Räume zum verdienten Ausgleich. Brunmayr hatte in der 33. Minute seinen Kollegen Glasner mit einem wunderschönen Stanglpass bedient, der heranbrausende Mittelfeldspieler verwertete aus etwa sieben Metern mit seinem vierten Treffer der laufenden Meisterschaft.

Bei den Grazern lief dennoch weiterhin so gut wie nichts rund. Mit Ausnahme eines gefährlichen Schupp-Aufsitzers aus 22 Metern (45.) hatten sie nicht viel zu bieten, während die beherzt und mutig aufspielenden Rieder einen zumindest ebenbürtigen Kontrahenten abgaben. Antreiber im Spiel des Überraschungs-Vierten im Herbst war Anicic. Alles hatte Hand und Fuß, was er mit Unterstützung von Angerschmid und Glasner tat.

Anicic sah Gelb-Rot

Der Favorit hatte nach Wiederbeginn jedoch die Zeichen der Zeit erkannt und legte einen Gang zu und Reinmayr behielt nach Flanke vom eingewechselten Minavand völlig freistehend die Nerven und schoss in der 48. Minute scharf zur erneuten Führung ein. Den Wind aus den Segeln der Oberösterreicher nahm schließlich die Gelb-Rote Karte für Anicic, den Schiedsrichter Sedlacek in der 61. Minute nach einer Schwalbe unter die Dusche schickte. Die erste Gelbe hatte Anicic wegen Schieddrichter-Kritik gesehen.

Sturm konnte den Sack dennoch lange nicht zumachen. Erst nach einem groben Aussetzer von Oraze, der sich erfolglos als Dribbelkünstler weit außerhalb des Strafraumes versucht hatte, machte Vastic mit einem gefühlvollen Heber alles klar. Brunmayr gelang mit dem 2:3-Anschlusstreffer in der Nachspielzeit nur noch Ergebniskosmetik für die aufopfernd kämpfenden zehn Rieder.


SK Sturm Graz - SV Ried 3:2 (1:1) Arnold Schwarzenegger-Stadion, 9.900, Sedlacek.

Torfolge: 1:0 (15.) Vastic (Foulelfmeter) 1:1 (33.) Glasner 2:1 (48.) Reinmayr 3:1 (86.) Vastic 3:2 (91.) Brunmayr

Sturm: Schicklgruber - Foda - Prilasnig, Milanic - Schopp, Schupp, Fleurquin, Reinmayr (80. G. Korsos), Martens (46. Minavand) - Vastic, Kocijan (74. Szabics)

Ried: Oraze - Lesiak - Hujdurovic, A. Jank (70. Drechsel), Steininger - Markus Hiden (74. Rothbauer), Angerschmid, Glasner, Zeller (81. Fading) - Brunmayr, Anicic

Gelb-Rote Karte: Anicic (60., Unsportlichkeit)

Gelbe Karten: Martens, Reinmayr, G. Korsos, Vastic, Minavand bzw. Angerschmid, Zeller

Share if you care.