DaimlerChrysler steigert Gewinn

23. Februar 2005, 13:05
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Großer Einbruch bei Mercedes - Trotz Ergebnis-Plus in Konzern Analystenerwartungen deutlich verfehlt

Stuttgart - Der Autokonzern DaimlerChrysler hat seinen Gewinn im Jahr 2004 gesteigert, die Analystenerwartungen wurden dennoch deutlich verpasst. Das operative Ergebnis legte um rund 700 Millionen Euro auf 5,8 Mrd. Euro zu, teilte der Autobauer am Donnerstag in Stuttgart mit.

In der Mercedes-Gruppe gab es aber mit einem Gewinn von nur 1,7 Milliarden Euro (Vorjahr 3,1 Mrd. Euro) einen drastischen Gewinneinbruch. Dagegen konnten die einstigen Sorgenkinder Chrysler und die Nutzfahrzeugsparte mit einem kräftigen Gewinnplus glänzen.

Analysten hatten im Schnitt trotz eines Ergebniseinbruchs bei der größten Sparte Mercedes-Benz mit einem operativen Gewinn von 6,4 Milliarden Euro gerechnet. Der fünftgrößte Autoproduzent weltweit teilte weiter mit, im laufenden Geschäftsjahr solle der operative Gewinn leicht über dem Ergebnis von 2004 liegen.

Dividende für 2004 bleibt gleich

Unter dem Strich blieb im Konzern 2004 ein Netto-Gewinn von 2,47 Mrd. Euro, nach 448 Millionen im Vorjahr, obwohl der Nachsteuergewinn durch Aufwendungen für das Maut-System Toll Collect und durch die japanische Lkw-Tochter Fuso.

Für das abgelaufene Geschäftsjahr wird eine unveränderte Dividende von 1,50 Euro je Aktie vorgeschlagen. Beim Umsatz legte DaimlerChrysler um 4 Prozent auf 142,1 Mrd. Euro zu, der Absatz konnte um 8 Prozent auf 4,7 Millionen Fahrzeuge gesteigert werden.

Aktie unter Druck

Im vorbörslichen Handel verbuchten die DaimlerChrysler-Aktien ein Minus von rund 1,7 Prozent. "Die Zahlen waren sehr schlecht, was vor allem an der Mercedes Car Group liegt", sagte ein Händler. Der Autokonzern hatte 2004 den operativen Gewinn zwar gesteigert, blieb dabei aber deutlich hinter den Analystenerwartungen zurück.

Schwächer als erwartet zeigte sich jedoch die Tochter Mercedes, zu der auch der Kleinwagenbauer Smart gehört: Ihr Betriebsergebnis sank von 3,1 Mrd. Euro (2003) auf 1,7 Mrd. Euro.

Chrysler schreibt schwarze Zahlen

Aus den roten Zahlen fuhr dagegen das langjährige Sorgenkind Chrysler: Nach einem Verlust von 506 Mio. Euro im Vorjahr konnte die US-Tochter nun einen operativen Gewinn von 1,4 Mrd. Euro ausweisen.

Als Gründe für den Gewinneinbruch bei Mercedes wurden die Kosten zur Beseitigung der Qualitätsmängel bei Mercedes-Benz und auch der Modellwechsel bei der Marke mit dem Stern genannt. Der Umsatz sei leicht auf 49,6 Mrd. Euro zurückgegangen.

Sparprogramm

Der Konzern startete bei der Marke mit dem Stern ein Sparprogramm zur Ertragssteigerung. Damit solle das Ergebnis um mehr als 3 Mrd. Euro verbessert werden. Im Jahr 2004 lieferte die Mercedes Car Group (Mercedes-Benz, Smart und Maybach) 1,226 Millionen Fahrzeuge aus.

Der Mercedes-Absatz habe um 2 Prozent unter dem Vorjahresniveau gelegen. Die Kleinwagenmarke Smart habe den Absatz dank des Forfour um 22 Prozent steigern können. Es seien über 500 Luxusautos der Marke Maybach verkauft worden. (APA/Reuters)

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    Mit Chrysler konnte der DaimlerChrysler im vergangenen Jahr wieder Gewinne schreiben - nur Mercedes geriet etwas in die Schieflage.

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