Übernahme durch Siemens ist durch - Closing für 22. Juli erwartet

10. Februar 2005, 18:39
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Nach Ablauf der Angebotsfrist hält Siemens mehr als 90 Prozent am Anlagen­bauer - Vorstand: Klares Aktionärsvotum

Wien - Eine der größten Übernahmen in der österreichischen Industriegeschichte ist perfekt: Nach monatelangem Tauziehen hat Siemens den börsenotierten Linzer Anlagenbauer VA Tech nun in der Tasche.

Der deutsche Elektroriese hält nach Ablauf der Angebotsfrist seit Mitternacht mehr als 90 Prozent der Aktien. Dies gab Siemens Österreich, über die die Akquisition abgewickelt wird, Donnerstag Früh bekannt. Voraussetzung für das Zustandekommen des Deals war das Erreichen der 90-Prozent-Marke.

Nachgebessertes Angebot

Die Weichen für den Erfolg seines Offerts hatte der Siemens-Konzern vor drei Wochen gestellt, als der Angebotspreis auf Druck des Marktes von 55 auf 65 Euro pro Aktie kräftig nachgebessert wurde. Für jene VA-Tech-Aktionäre, die das Offert bisher nicht angenommen haben, gibt es jetzt noch eine Nachfrist von 10 Börsentagen.

Die Übernahme der VA Tech, die mit rund 4 Mrd. Euro Umsatz und knapp 17.000 Mitarbeitern Österreichs größter Technologie-Konzern ist, lässt sich Siemens rund eine Milliarde Euro kosten.

Vorstand: Klares Aktionärsvotum

"Der VA-Tech-Vorstand nimmt die klare Entscheidung der Aktionäre zur Kenntnis und sieht dies als gemeinsame Herausforderung im Interesse aller Mitarbeiter, Kunden, Lieferanten und Geschäftspartner, die Geschäfte in einem neuen Umfeld weiterzuentwickeln", hieß es am Donnerstag in einem Kommunique der VA Tech.

Nach dem abgelaufenen Jahr 2004, für das ein Konzernverlust von 65 bis 70 Mio. Euro angekündigt wurde, rechnet der VA-Tech-Vorstand für 2005 nach bisherigen Angaben mit einem Gewinn von 66 Mio. Euro.

"Redimensionierungsmaßnahmen"

Mit deutlichen "Redimensionierungsmaßnahmen" sei die Basis für eine erfolgreiche künftige Geschäftstätigkeit gelegt worden, wurde heute erneut betont. Auftragseingang und Auftragsstand hätten 2004 ein historisches Hoch erreicht.

Auf Grund dieser positiven Geschäftsentwicklung seien bereits mehr als 70 Prozent der für heuer geplanten Umsätze durch den Auftragsstand abgesichert.

Closing für 22. Juli erwartet

Was für den Abschluß der Übernahme noch fehlt, ist die Zustimmung der Wettbewerbsbehörden. Hochleitner erwartet "keine allzu großen Probleme", wie er am Donnerstag im Ö1-Mittagsjournal sagte. "Wahrscheinlich am 22. Juli kann das Closing stattfinden."

Die Prüfung durch die Kartellbehörde in Brüssel sei eine erwartete Sache, sieht Hochleitner dem Verfahren, das mehrere Monate dauern könnte, gelassen entgegen. Er rechne mit "keinen einschneidenden Auflagen". Auf die Frage, ob der Deal am Veto der Wettbewerbshüter noch scheitern könnte, meinte Hochleitner nur, dass das Prüfverfahren "natürlich eine komplexe Materie" sei. (APA)

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