Schwere Explosion in Bagdad - Irak schließt Grenzen für fünf Tage

11. Februar 2005, 19:39
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30 Tote bei Rebellenangriff auf Polizeiwache

Bagdad - Der Irak wird ab Donnerstag kommender Woche aus Sicherheitsgründen seine Grenzen für fünf Tage schließen. Zwischen dem 17. und 22. Februar blieben die Übergänge geschlossen, teilte die Regierung am Donnerstag mit. Ein Grund für die Maßnahme wurde offiziell nicht angegeben. In dem Zeitraum liegt jedoch das Ashura-Fest, ein hoher Feiertag der schiitischen Moslems. Vor einem Jahr wurden bei zwei Selbstmordanschlägen in Bagdad und Kerbala während des Festes mindestens 171 Menschen getötet. Außerdem soll das Endergebnis der Parlamentswahlen vom Jänner bekannt gegeben werden.

Notstand im November verhängt

Angesichts der anhaltenden Gewalt im Irak hatte die Übergangsregierung im November den Notstand verhängt. Dadurch können die Behörden Ausgangssperren verhängen, Grenzen schließen und Verdächtige ohne Beachtung sonst üblicher juristischer Regeln festhalten. Nach Angaben von Lastwagen-Fahrern sind bereits viele Grenzübergänge zu Syrien, dem Iran und Jordanien geschlossen.

Bei neuen Anschlägen im Irak sind am Donnerstag 48 Menschen ums Leben gekommen.

Polizeiwache angegriffen

Bei einem Angriff auf eine Polizeiwache der irakischen Stadt Salman Pak südlich von Bagdad sind nach neuesten Angaben 30 Menschen getötet worden. Unter den Opfern seien zehn Polizisten und 20 Aufständische, teilten Sicherheitsvertreter am Donnerstagabend mit. Mindestens 50 Polizisten seien bei den Gefechten verletzt worden. Nach Angaben des nationalen Sicherheitsberaters Kassem Daud wurden insgesamt 21 Angreifer festgenommen.

Den Berichten zufolge hatten die Aufständischen die Polizeiwache mit Panzerabwehrraketen und leichten Waffen angegriffen und umzingelt. Nur mit Hilfe der US-Armee sei es gelungen, die Belagerung zu beenden. Laut einem US-Militärsprecher schlugen US-Hubschrauber die Angreifer schließlich mit Raketen in die Flucht. Salman Pak liegt rund 20 Kilometer südlich von Bagdad im so genannten Dreieck des Todes, in dem es immer wieder zu blutigen Anschlägen und Angriffen kommt.

Im Norden des Landes wurden in der Ölstadt Kirkuk zwei Iraker durch die Explosion einer Bombe getötet, die am Straßenrand versteckt war, wie die Polizei mitteilte. Zwei Iraker wurden durch einen Sprengsatz getötet, der nahe einem Markt in der Stadt Baiji explodierte. In Balad, ebenfalls nördlich der Hauptstadt Bagdad, wurde Augenzeugen zufolge ein Autofahrer erschossen. (APA/Reuters/dpa)

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    Die Autobombe richte am Bagdader Tahrir-Platz schwere Verwüstungen an.

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